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Am Tag nach dem Brand unter der Reichenbachbrücke.

Unterschlupf in Flammen 

Abgebranntes Obdachlosenlager an Reichenbachbücke: War alles ganz anders?

Am Donnerstag geriet das Lager mehrerer Obdachloser an der Reichenbachbrücke in Brand - während die Bewohner darin schliefen. Zunächst ging man von Brandstiftung aus. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse.

Update, 6. April, 17.15 Uhr:

 Aufgrund der zwischenzeitlich durch das Kommissariat 13 geführten Ermittlungen muss der anfangs vermutete Verdacht, dass das Lager durch zwei unbekannte Männer vorsätzlich in Brand gesetzt wurde, relativiert werden. Das teilt die Polizei München am Abend mit.

Die Ermittlungen ergaben demnach keine konkretisierbaren Hinweise auf einen solchen Tathergang. Im Brandort wurden keine Reste von Brandbeschleunigern oder pyrotechnischen Gegenständen gefunden. Die vom Zeugen wahrgenommenen Knallgeräusche dürften von explodierenden Gaskartuschen stammen, welche von den Bewohnern des Obdachlosenlagers zum Betreiben von Gaskochern genutzt wurden und deren Reste im Brandschutt aufgefunden wurden. Des Weiteren wurden innerhalb der Behausung Unmengen von Zigarettenkippen gefunden. 

Lesen Sie dazu: Brandanschlag an Reichenbachbrücke: Obdachlose verlieren alles - VolxKüche sammelt Sachspenden

Einer der Bewohner gab an, dass er das Feuer als erster bemerkte. Er wurde durch einen lauten Knall wach. Es brannte zu diesem Zeitpunkt nur innerhalb des Lagers im Bereich einer dort abgelegten Matratze. Die Flammen hatten schon etwa 2 Meter Höhe erreicht. Er weckte daraufhin die anderen schlafenden Mitbewohner. Das Lager stand dann innerhalb kürzester Zeit in Vollbrand und es gab mehrere kleine Explosionen. Der unbeteiligte Zeuge, welcher den Brand beim Notruf gemeldet hatte und als erster mit den Geschädigten in Kontakt kam, schilderte seine Beobachtungen nochmals ausführlich. Auch hieraus ergeben sich nun keine Anhaltspunkte mehr für eine vorsätzliche Brandlegung.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Brand im Inneren der Behausung entstand und wohl auf den unsachgemäßen Umgang mit Rauchzeugresten zurückzuführen sein dürfte. Die Ermittlungen hierzu dauern an.

Update, 6. April, 11.15 Uhr: 

Die Ermittlungen gehen weiter. Wegen versuchten Mordes würde vorerst allerdings nicht ermittelt, sagte eine Sprecherin der Polizei am Freitag. „Momentan prüfen wir, ob das Feuer tatsächlich von außen zugefügt wurde oder innen drin entstand.“

Ein Zeuge hatte den Brand am Donnerstag unter der Brücke bemerkt und ausgesagt, dass zwei Männer diverse Gegenstände in die Flammen geworfen hätten.

Update, 5. April, 14.52 Uhr:

Wie ein Sprecher der Polizei berichtet, werde aktuell geklärt, ob die beiden flüchtigen Tatverdächtigen neben schwerer Brandstiftung auch wegen versuchten Mordes gesucht werden. 

Flammen lodern unter Reichenbachbrücke

München - Ein Zeuge hörte am Donnerstag um kurz vor 1 Uhr nachts an der Reichenbachbrücke einen lauten Knall - dann sah er die Flammen lodern. 

Mit weiteren lauten Knallgeräuschen breitete sich ein Feuer unter der Brücke aus, wo mehrere Obdachlose ihr Lager errichtet hatten. Innerhalb kürzester Zeit brannte das Obdachlosenlager lichterloh.

Vier Männer übernachteten im Lager

Die vier Männer im Alter zwischen 24 und 53 Jahren, die darin nächtigten, konnten sich ins Freie retten. Sie blieben unverletzt, während ihr Lager vollständig abbrannte. 

An der Brücke platzte teilweise der Beton ab, die Tragfähigkeit wurde von einem Bauingenieur geprüft und ist nicht beeinträchtigt. Der entstandene Schaden wird auf rund 25.000 Euro geschätzt. 

Täter warfen Gegenstände in die Flammen

Als tatverdächtig werden zwei unbekannte Männer angesehen, die in unmittelbarer Nähe des Feuers standen. Einer hielt einen brennenden Gegenstand in der Hand und beide warfen diverse Gegenstände in die Flammen. 

Laut der Münchner Polizei ist von den beiden Brandstiftern aktuell nur bekannt, dass es sich um zwei ca. 25-jährige Männer gehandelt haben soll. Einer der beiden trug eine dunkle Kapuzenjacke, der andere einen Trainingsanzug oder Sportbekleidung und eine ausgewaschene, hellblaue Trainingsjacke.

Polizei sucht dringend Zeugen

Die Polizei sucht dringend nach Zeugen: Personen, die sachdienliche Hinweise zu dem Brand unter der Reichenbachbrücke und zu den beiden tatverdächtigen Personen geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 13, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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dpa/mm/tz

Lesen Sie auch:  Großbrand am Donnerstagmorgen: Riesige Rauchwolke breitete sich aus.


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