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Der Gasteig in Haidhausen wird saniert.

Gesucht und gefunden

Ausweichquartier für den Gasteig: Neuer Favorit an der Isar

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Dieser Standort dürfte die lange Suche nach einer Ausweichspielstätte beenden. Der Aufsichtsrat sowie Gasteig-Chef Max Wagner favorisieren nun ein Areal der Stadtwerke am Heizkraftwerk Süd.

Es sind ganz neue Töne und ein Paukenschlag: Aller Voraussicht nach wird der Interims-Spielort für den Gasteig weder in Riem noch auf dem Marstall-Areal sein, sondern direkt am Brudermühltunnel an der Isar liegen.

Am Donnerstag hat Gasteig-Chef Max Wagner dem Aufsichtsrat den Vorschlag unterbreitet, das Kulturzentrum vorübergehend auf dem Gelände der Stadtwerke München (SWM) an der Hans-Preißinger-Straße unterzubringen. „Das Grundstück hat einen tollen Charme. Man kann sich gar keinen anderen Ausweichstandort mehr vorstellen“, sagt Wagner. Richard Quaas, Kulturpolitischer Sprecher der CSU, ergänzt: „Es scheint, die Suche hat ein Ende: Das Areal gegenüber dem Sendlinger Heizkraftwerk ist eine gute Wahl.“

Der Standort ist verkehrstechnisch optimal

Mehr noch, es scheint ideal. Die Verkehrsanbindung ist ausgezeichnet. Die U-Bahnstation Brudermühlstraße ist in der Nähe, zwei Buslinien führen dorthin. Außerdem könnten „80 bis 90 Prozent der Nutzer“ untergebracht werden, sagt Wagner. Das bedeutet, auch Bibliothek, Volkshochschule und Teile der Musikhochschule hätten in Sendling Ersatzräume. Auch Valery Gergiev, Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, hat das Grundstück schon besichtigt und für gut befunden. Ferner bestünde nunmehr die Option, den einst als Interimsstandort angedachten Candidplatz für die restlichen Nutzer zu verwenden, möglicherweise für die Verwaltung.

Gefunden und verliebt: Gasteig-Chef Max Wagner möchte auf das Areal an der Hans-Preißinger-Straße ausweichen.

Auch der kulturpolitische Sprecher der SPD, Klaus Peter Rupp, ist zufrieden. „Ich halte den Standort für sehr geeignet. Es läuft aber noch eine Machbarkeitsstudie. Da müssen wir das Ergebnis abwarten.“ Unter anderem untersucht der Gasteig in Abstimmung mit den SWM, ob der denkmalgeschützte Backsteinbau an der Hans-Preißinger-Straße als Konzertsaal taugt. Parallel wird aber auch geprüft, ob alternierend ein neues Gebäude als Provisorium errichtet werden muss. „Zudem werden Teile des Backsteinbaus bereits kulturell genutzt“, sagt Rupp. „Mit diesen Nutzern muss man sich ins Benehmen setzen.“ In dem markanten Gebäude befinden sich derzeit die Ausbildungswerkstätte der SWM und ein Trafolager. Die weiteren Gebäude und Flächen auf dem Areal sind an gewerbliche Nutzer vermietet. Die Sanierung des Gasteigs war Anfang April vom Stadtrat gebilligt worden.

Ursprünglich hatte die Stadt das Gebiet zur Trinkwasserversorgung genutzt. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Lagerhallen, Rohrlager und Werkstätten für die städtische Wasserversorgung sowie den Kanalbau errichtet. Die große Lagerhalle wurde 1927 erbaut, im Krieg jedoch weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau der denkmalgeschützten Halle erfolgte ab dem Jahr 1951.

Studie für den Gasteig läuft

Mit belastbaren Ergebnissen der Studie wird bis Ende Juli, Anfang August gerechnet. Am 13. September gibt es eine Ortsbesichtigung mit dem Aufsichtsrat. Wenn alles klappt, könnte der Stadtrat im Dezember sein Votum fällen. Das bedeutet, dass der ungeliebte Ausweichstandort Riem offenbar kaum noch Chancen hat. Nicht nur Philharmoniker, auch die anderen Orchester und Privatveranstalter hatten diesen als zu zentrumsfern kritisiert.

Offiziell sind neben der Variante Hans-Preißinger-Straße noch vier weitere im Rennen. Im Gasteig gibt man sich fast überrascht davon, wie viele Lösungen möglich wären, manche Vorschläge seien sogar ungefragt von außen gekommen. So etwa einer vom Betreiber des Münchner Zenith, das allerdings relativ weit außerhalb liegt. Auch das Backstage findet sich auf dieser Liste, wobei hier der nahe Bahnverkehr Kopfzerbrechen bereitet, sowie ein Stadtwerke-Areal an der Heinrich-Wieland-Straße. Schon länger im Rennen sind die stadteigenen Flächen am Candidplatz und in Riem. Von allen Beteiligten wurde Letztere immer als „Notnagel“ betrachtet – Hauptsache, so hieß es, man habe etwas in der Hinterhand.

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