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Ein Blick in die Nockherstraße im Jahr 1950. Im Vordergrund ist die bis 1970 bestehende Geflügelfarm an der Ecke Nockher-, Taubenstraße zu sehen.
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Das Haus Nummer 12 (steht heute nicht mehr) mit Blick in die Taubenstraße im Jahr 1910. An dieser Stelle fließt auch der Auer Mühlbach, der zu diesem Zeitpunkt aber schon überbaut war.
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Das Haus in der Nockherstraße 27 steht noch heute, wie man auf dem folgenden Bild erkennen kann.
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Die Hausnummer 27 am linken Bildrand. Aufgestockt wurde das Gebäude erst nach de Krieg, im Jahr 1956. Im Rückgebäude lebte einst eine Frau, die eine Katzenpension mit über 50 Tieren betrieb. Auch solche Geschichten erfährt man in dem Buch.
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Eine Aufnahme aus dem Jahr 1919. Ganz links am Bildrand sieht man noch einmal Hausnummer 27. Im Vordergrund eine Häuserreihe, von der heutzutage nicht mehr alle Gebäude stehen.
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Nockherstraße 25 (Baujahr um 1816): Dem als Einheit wirkenden Haus sieht man nicht an, dass es aus zwei Hälften besteht, die zu völlig verschiedenen Zeiten errichtet wurden. Die rechte Seite hat den 2. Weltkrieg einigermaßen überstanden, die linke wurde jedoch bei einem Bombenangriff zerstört. Der heutige Besitzer baute den zerstörten Gebäudeteil um 1987 originalgetreu wieder auf.
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Das Buch "Drunt in der grünen Au - Die Nockherstraße im Wandel der Zeit" kostet 19,80 Euro und ist direkt beim Autor erhältlich. Telefonnummer 089/662571. Anfragen sind auch über E-Mail p.klimesch@gmx.de möglich. Zudem ist es in der Buchhandlung "Buch in der Au" in der Humboldtstraße 12 erhältlich.

Einer der schönsten Orte Münchens

Liebeserklärung an eine Straße in der Au

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München - München-Liebhaber aufgepasst: Für Freunde der Stadtgeschichte ist ein neues Buch erschienen, das so manchen Nostalgiker entzücken dürfte: Ein Werk über die Nockherstraße in der Au. Einen der ursprünglichsten Orte Münchens.

Gerade einmal knappe 500 Meter ist sie lang, die kleine Nockherstraße im Süden der Au, an der Grenze zum Kolumbusplatz und zu Untergiesing gelegen. Zwischen Auer Mühlbach und der Giesinger Hangkante schlängelt sie sich liebevoll seit über 200 Jahren, früher noch unter dem Namen Jägerhäuselgasse, entlang. Auf der westlichen Seite säumen Häuser aus den 60er und 70er Jahren die Straße, ein typisches Bild für viele Münchner Viertel. Aber diese charmante östliche Seite der Nockherstraße! Sie bietet eine Kulisse, bei deren Anblick man sich in eine andere Zeit und an einen anderen Ort versetzt fühlt: Zahlreiche kleine Herbergshäuschen aus dem frühen 19. Jahrhundert stehen hier noch und vermitteln einem das Gefühl, sich nicht mitten in einer Millionenstadt zu befinden, sondern irgendwo draußen auf dem Land, in einem kleinen Dorf.

Etwa 400 Menschen leben heute in dieser Straße, einer von ihnen ist Peter Klimesch. Der 74-Jährige ist seit knapp 30 Jahren in der Nockherstraße ansässig und betätigte sich bereits in der Vergangenheit als Autor eines Buches über die Isar ("Isarlust - Entdeckungen in München") - jetzt ist Klimesch ein rührendes Dokument Zeitgeschichte gelungen. In dem Buch "Drunt in der grünen Au - Die Nockherstraße im Wandel der Zeit" beschreibt Klimesch detailliert den Werdegang der Straße, die Geschichte jedes einzelnen Hauses und vor allem auch viele, viele Schicksale jener Menschen, die in der Nockherstraße gelebt haben. 

Ursprünglich wollte Klimesch lediglich der Historie seines Hauses auf den Grund gehen, "da kam ich auf die Idee, die Nachforschungen auf die ganze Straße auszuweiten." Das tat er. Und wie. In jahrelanger und mühevoller Kleinarbeit besuchte Klimesch Archive, wälzte hunderte von Akten der Lokalbaukommission und blätterte sich durch Stadtadressbücher. Herausgekommen ist ein Buch, das nicht nur Liebhabern der Au ein Vergnügen bereiten dürfte. Der Autor jedenfalls konnte sich mit seiner Arbeit voll identifizieren. "Dieses Nebeneinander der Herbergshäuser ist so ungewöhnlich und schön", schwärmt er.

Durch eine gelungene Mischung aus Bauplänen, historischen und aktuellen Bildern sowie vielen Informationen erlebt der Leser eine Zeitreise von der frühen Besiedelung der Au über die Situation während der beiden Weltkriege bis zum Zustand der Straße, wie man sie heute kennt.

So erfährt man unter anderem, dass sich in der Nockherstraße einst eine der ältesten Gartenwirtschaften Münchens befand: Der Jägerwirt. Außerdem stand hier die Hoffischerei, die seinerzeit den kurfürstlichen Hof mit frischem Fisch versorgte. Auch die größte Bettfedernfabrik Süddeutschlands, eine Sauerkrautfabrik, eine Schweinezucht und eine Milchwirtschaft waren unter anderem hier zu Hause. Ein Zeitzeuge schildert seine Erlebnisse aus seiner Kindheit in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in der Straße wie folgt: "Es gab immer was zu schauen. Die Nockherstraße war nämlich auch eine Menagerie. Zur Geflügelhandlung Schillinger gehörte auch ein großes Freigehege. Dort gab es neben Hühnern, Tauben, Enten und Gänsen auch einen Truthahn, einen Pfau, Fasanen, ein Reh und auf dem Dach vom Hühnerstall einen 'Aff'. Der war an einer Kette und stellte natürlich die Hauptattraktion für uns Kinder dar."

Erlebnisberichte wie dieser führen dem Leser die "alten Zeiten" genauso deutlich vors geistige Auge wie die Berichte von Nachbarschaftsstreits, wie es sie in den engen Herbergshäuschen am Nockherberg nur zur Genüge gab. Oder die Tatsache, dass zeitweise bis zu vier Wirtshäuser gleichzeitig in der Nockherstraße existierten. Klimeschs Recherchen ergaben, dass damals an manchen Abenden 50 Liter Bier pro Wirtschaft über die Straße verkauft wurden. "Bei vier Wirtshäusern macht das 200 Liter Bier, und das in dieser kleinen Straße", erzählt Klimesch voller Erstaunen.

So idyllisch und vielschichtig war und ist sie, die Nockherstraße. Sogar ein wenig Partymeile steckte einst in ihr.

Das Buch "Drunt in der grünen Au - Die Nockherstraße im Wandel der Zeit" kostet 19,80 Euro und ist direkt beim Autor erhältlich. Telefonnummer 089/662571. Anfragen sind auch über E-Mail p.klimesch@gmx.de möglich. Zudem ist das Buch über den Buchhandel zu beziehen, bei "Buch in der Au" in der Humboldtstraße ist es stets vorrätig.

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