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Er entdeckte 80.000 Euro: Nun Pocht Oliver Jungtäubl auf seinen Finderlohn.

Wo bleibt sein Finderlohn?

Elektriker entfernt Steckdose - und macht den Fund seines Lebens

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Eigentlich sollte Oliver Jungtäubl in der Wohnung einer Krankenschwester an der Lucile-Grahn-Straße (Haidhausen) bloß eine Herdplatte austauschen – stattdessen machte er einen Sensationsfund.

Au-Haidhausen - In einem Hohlraum hinter einer Steckdose fand der Elektriker Ende 2016 rund 80.000 Euro! Jetzt will er seinen Finderlohn. Als er die Steckdosenkappe entfernte, stutzte der Haustechniker. Keine Kabel, dafür Kohle! Aus einem faustgroßen Loch zog Jungtäubl nämlich eine Salzdose – und darin steckten 26.000 Euro. „Ich blieb gelassen“, erzählt der Sendlinger. „Dafür ist die junge Frau hinter mir fast aus den Schuhen gekippt.“ Jungtäubl rief die Polizei. „Ich habe nie daran gedacht, das Geld einzustecken“, sagt er. Auch die Beamten waren erstaunt. Mit einer Taschenlampe leuchtete ein Polizist den Hohlraum aus und sagte schockiert: „Halten Sie sich fest, da ist noch mehr.“ Aus dem Loch kamen noch mehr Euronoten zum Vorschein – und: über 50.000 amerikanische Dollar.

Polizeibeamte legten den gesamten Fund frei.

Einer der größten Bargeldfunde der Nachkriegszeit

Jungtäubl berichtet: „Man sagte mir, das sei einer der größten Bargeldfunde der Nachkriegszeit.“ Drei Stunden lang zählten die Polizisten das Geld, transportierten es dann in Plastiktüten ab. Vorher nahmen sie noch die Fundanzeige auf (eine Kopie davon liegt der tz vor). Mit dem Vermerk, dass Oliver Jungtäubl Finderlohn beansprucht. Das Geld landete beim Fundbüro. Dort wurde innerhalb eines halben Jahres offenbar der Eigentümer des Riesenfundes ermittelt.

Wie sich herausstellte, hatte der Vormieter der jungen Krankenschwester das Geld in der Wand deponiert. Da der Mann bereits verstorben war, wusste niemand von dem geheimen Versteck. Das Fundamt übergab die Angelegenheit ans Amtsgericht, wie das Kreisverwaltungsreferat mitteilte. Jetzt soll eine Nachlasspflegerin die Erben ermitteln. Den Finderlohn könnte Jungtäubl nur dort geltend machen. Der Elektriker befürchtet aber, am Ende leer auszugehen. Er sagt, die Nachlasspflegerin halte ihn hin. Auf tz-Nachfrage war die Frau für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In einem Schreiben empfiehlt sie dem alleinerziehenden Elektriker, er solle klagen. Jungtäubl ist enttäuscht: „Der ehrliche Finder ist in diesem Fall der Depp.“ Einen Anwalt für einen teuren Prozess könne er sich nicht leisten. Rechtlich würde dem 50-Jährigen ein Finderlohn von 2410 Euro zustehen. Sein Wunsch: „Ich möchte mit meinem Sohn Urlaub machen.“

Ein anderer Schatzsucher hatte weniger Glück. Über seinen kuriosen Geldfund lacht das gesamte Netz.

Der inzwischen verstorbene Vormieter hatte das kleine Vermögen deponiert.

tz-Stichwort: Finderlohn

In Deutschland regelt Paragraf 971 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) eindeutig, was in Sachen Finderlohn gilt. Unter Ziffer 1 heißt es dort, dass jeder Finder von dem Empfangsberechtigten einen Finderlohn verlangen kann. Dieser richtet sich nach dem Wert der gefundenen Sache. Konkret: Bis zu einem Wert von 500 Euro beträgt der Finderlohn fünf Prozent. Alles, was über diesen Wert hinausgeht, wird zusätzlich mit drei Prozent vergütet. Im Fall von Oliver Jungtäubl errechnet sich nach dieser Formel ein Finderlohn in Höhe von 2410 Euro. (25 Euro für 500 Euro plus 2385 Euro für die restlichen 79.500 Euro). Laut Ziffer 2 ist der Anspruch auf einen Finderlohn nur dann ausgeschlossen, wenn der Finder seinen Fund nicht selbst angezeigt hat oder wenn er ihn auf Nachfrage verheimlicht. Weil der Elektriker aber sofort die Polizei gerufen hat, kommt diese Klausel bei ihm nicht infrage.

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Video: Glomex

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