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Der städtische Kindergarten an der Kirchenstraße ist seit Monaten geschlossen. Doch die sanierungsarbeiten haben immer noch nicht angefangen. 

Ungelöstes Klo-Problem

Den Eltern reicht‘s: Kindergarten ist wegen Fäkalien-Alarms seit Monaten zu

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Ein städtischer Kindergarten in Haidhausen ist seit Monaten geschlossen, weil Abwasser aus den Klos lief. Ekelhaft. Nicht nur die Eltern, auch die Kinder werden aggressiv. 

München - Als die Erzieherinnen zur Arbeit kommen, trauen sie ihren Augen und ihren Nasen kaum: Ein großer Teil des städtischen Kindergartens an der Kirchenstraße 17a (Haidhausen) ist geflutet – und es stinkt! Das Abwasser aus dem gesamten Haus ist nachts durch die Kita-Toiletten übergelaufen. Die Abwasserleitung ist verstopft. Ein Sachverständiger stellt fest: Große Teile des Estrichs müssen raus, und zwar zügig! Der Boden muss erneuert werden. Das war am 9. Juni, aber die Arbeiten haben immer noch nicht angefangen. 

Nach den Sommerferien wurden die 73 Kinder wegen des Schadens auf zwei andere Kindergärten an der Arabellastraße und der Denninger Straße verteilt. Bis heute. Und mittlerweile liegen die Nerven blank. „Die Kindergärten sind völlig überfüllt“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende Preziosa Schieback. Dass die Familien den Eindruck haben, die Stadt lasse unnötig Zeit verstreichen, bringt das Fass zum Überlaufen. „Für die Kinder ist das extrem schwer“, sagt Schieback. Die Folgen: „Tränenreiche Abschiede morgens, auffallend aggressives Verhalten, einige Kinder nässen wieder ein, obwohl sie längst trocken waren.“ 

Als Ursache sehen die Eltern den Stress in den Ersatz-Kitas. „Da ist ein enormer Lärmpegel, und durch den Raummangel ist plötzlich teils kein Mittagsschlaf mehr möglich“, sagt Schieback. Zunehmend gereizt sind die Eltern, seit sie wissen, warum auch mehr als vier Monate nach dem Schaden am 9. Juni kein einziger Handwerker da war: Es ging ums Geld. Zwischen dem Vermieter – der städtische Wohnbaugesellschaft GWG – und der Versicherung gab es lang keine Einigung. Es ging um die Frage, in welchem Umfang der Estrich herausgerissen werden muss. Laut Ulrich Lobinger, Sprecher des Schulreferats, „gehen wir von 200.000 Euro Schaden aus“. 

130.000 Euro davon übernehme nun die Versicherung, das Schulreferat bleibt auf 70 000 Euro sitzen. Die GWG teilte mit, dass inzwischen eine Firma beauftragt worden ist. Stand jetzt sollen die Arbeiten am 23. Oktober losgehen. Laut Lobinger sei mit „mindestens vier Monaten Bauzeit zu rechnen“. Derweil wird die räumliche Enge sicher noch gravierender, weil die Erzieher im Winter weniger mit den Gruppen ins Freie ausweichen können. 

Lesen Sie den viel diskutierten Gastbeitrag einer Erzieherin: „An alle Eltern: Bitte bringt eure Kinder nicht krank in die Kita“

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Haidhausen - mein Viertel“.

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