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Ein Bild aus dem Sommer: Am sonst so ruhigen Bordeauxplatz herrscht Hochbetrieb.

Anwohner sind genervt

Haidhausen: Anwohner-Ärger um Pokémon-Go-Spieler

München - Das Handy-Spiel Pokémon Go sorgt für Konflikte mit Anwohnern in Haidhausen. Die CSU fürchtet indes um die Sicherheit im Straßenverkehr.

Das Handy-Spiel „Pokémon Go“ nervt Anwohner am Bordeauxplatz. Seit der Platz in Haidhausen, wo sonst stoische Ruhe herrscht, zum Treffpunkt für hunderte Pokémon-Spieler geworden ist, gebe es Probleme, klagen die Nachbarn.

Vor allem Jugendliche gehen mit ihrem Handy münchenweit auf die Jagd nach virtuellen Monstern. Viele Haidhauser stört das nicht, weil die Spieler sich am Bordeauxplatz friedlich verhalten, wie sie berichten. Doch gerade abends werde es auch mal lauter, kritisierten einige Anwohner. Die jungen Leute hätten auch immer wieder Pizzakartons und anderen Müll hinterlassen. Zudem halten Autofahrer zum „Monsterjagen“ am Bordeauxplatz nach wie vor öfter in zweiter Reihe, weil sie keinen Parkplatz finden, wie Stadtteilpolitiker berichten.

„Akim“, die städtische Stelle für Allparteiliches Konfliktmanagement in München, hat dem Bezirksausschuss Au-Haidhausen nun einen Bericht zu der aktuellen Problematik vorgelegt. Die Mitarbeiter hatten am Bordeauxplatz mit Jugendlichen gesprochen und sich ein Bild von der Situation gemacht. Ihr Fazit: Bei den „maximal gezählten 240 Personen“ sei der Geräuschpegel „naturgemäß höher, aber für die Anzahl der Personen und die Größe des Platzes nicht auffällig“. Es hätten „wenige Nutzer“ Musikboxen mitgebracht, die Lautstärke trage „nicht wesentlich zur Erhöhung des gesamten Geräuschpegels“ bei. Die „Akim“ will die Lage im Blick behalten.

Der Bezirksausschuss sieht vorrangig ein anderes Problem: Unter den „Smombies“, wie exzessive Handynutzer genannt werden, leide die Sicherheit im Straßenverkehr. Ende August seien am Abend etwa 100 Pokémon-Spieler plötzlich aufgesprungen und – teils durch die Blumenbeete und ohne auf die Ampel zu achten – an die Kreuzung Wörth-, Ecke Breisacher Straße gestürmt, trug die CSU in einem Antrag vor. Dort seien sie teils zu Fuß auf dem Gehweg, teils mit Longboards auf der Fahrbahn „in einer Art Prozession mit gesenktem Kopf und starrem Blick auf das Handy“ über die Straße gezogen.

Der BA will nun wissen, inwiefern Stadt und Polizei die „Smombies“ auf Gefahren im Verkehr hinweisen. Das Müllproblem am Bordeauxplatz dagegen sei dank täglicher Leerungen der Mülleimer und genügend Behältern gelöst.

Anne Hund

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