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Nachdem eine Verbindung die erste Strophe des Deutschlandlieds bei ihm sang, wollte Hofbräukeller-Wirt Ricky Steinberg keine Verbindungen mehr bei sich reservieren lassen.

Shitstorm auf Facebook

Hofbräukeller: Friedensgipfel nach Hass-Kampagne

  • Ramona Weise
    vonRamona Weise
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München - Hofbräukeller-Wirt Steinberg wehrt sich gegen rechte Parolen. Deswegen wollte er pauschal keine Studentenverbindungen mehr reservieren lassen. Im Streit mit der Münchner Alemannia glätten sich die Wogen.

Er wollte keine „braunen Schafe“ in seinem Lokal - und zog eine Protestwelle im Netz auf sich. Doch nun glätten sich im Streit zwischen Hofbräukeller-Wirt Ricky Steinberg (44) und der Münchner Studentenverbindung Alemannia die Wogen.

Am Donnerstag haben ein Verbindungs-Mitglied und der Wirt telefoniert. „Wir haben einen Treffen für Ende der Woche ausgemacht“, so Steinberg zur tz. „Ich verurteile den Shitstorm nach wie vor. Aber ich hoffe, dass wir einen gemeinsamen Weg finden.“

Die Facebook-Seite des Lokals war mit schlechten Bewertungen überschüttet worden. Der Hintergrund: Steinberg wollte keine Verbindungen mehr für geschlossene Veranstaltungen reservieren lassen. Eine der Gruppen hatte bei ihm die verpönte erste Strophe des Deutschlandliedes gesungen.

Andere sollen im Haus randaliert und gepöbelt haben. Als Erstes hatte die katholische, nichtschlagende Alemannia eine Absage bekommen. Und sich in die rechte Ecke gestellt gefühlt.

„Ich stehe nach wie vor dazu, dass ich keine radikalen Gruppen hier haben möchte“, so Steinberg. Hier habe es jedoch wohl die Falschen getroffen. Für ihn sei es aber sehr schwierig, die Gesinnung einer Verbindung zu überprüfen.

Für seine Aktion hat der Wirt viel Zuspruch erhalten: Der Grünen-Ortsverband Au-Haidhausen etwa lobt in einem offenen Brief Steinbergs Entschlossenheit, „gegen rassistisches Gedankengut vorzugehen“. Er will seine nächste Sitzung bei dem Wirt abhalten. Zudem stehen bei Facebook viele Stammkunden hinter Steinberg.

Auch die Alemannia schlägt versöhnlichere Töne an. „Es war nicht geplant, gleich so einen heftigen Protest auszulösen“, so Shitstorm-Initiator Jakob Schmidkonz (30).

Er bietet an, dem Wirt zukünftig beim Bewerten von Verbindungen zu helfen. Und: „Wir würden uns freuen, unser 135. Stiftungsfest doch noch im Hofbräukeller feiern zu dürfen.“

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