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Katharina M. (31 rettete ihren Nachbarn, der auf der Türschwelle zusammengebrochen war.

Brand im vierten Stock

Katharina ist der Engel von der Au: Sie rettete ihren Nachbarn

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Hinterher zitterten ihr dann doch die Knie. In der Notsituation aber handelte Katharina M. (31) nahezu automatisch. Und rettete damit ihrem betagten und gehbehinderten Nachbarn Rüdiger L. wahrscheinlich das Leben.

München - Es war am 27. November gegen 12.30 Uhr. Plötzlich waberte in Katharina M‘s Wohnung in der Sommerstraße (Au) feiner Rauchnebel. Die kaufmännische Angestellte trat hinaus auf den Balkon: „Ich dachte, das kommt von draußen, aber da war nichts.“ Besorgt sah sie sich in der Wohnung um. Dann öffnete sie ihre Wohnungstür – und erschrak: „Mein Nachbar lag auf der Türschwelle seiner Wohnung. Man sah im Hintergrund den Flammenschein, und über ihm quoll schwarzer Rauch ins Treppenhaus.“ Katharina M. zögerte keine Sekunde. „Schuhe an, Schlüssel, Handy und Tür zu!“ Dann wählte sie den Feuerwehr-Notruf 112. „Mein Nachbar hatte es noch bis zur Tür geschafft, war dann gefallen und konnte nicht mehr aufstehen. Ich sah, dass er noch genug Luft zum Atmen hatte. Darum rief ich erst die Feuerwehr, damit wir schnell Hilfe bekommen.“

Rauch quillt aus dem Haus in der Au.

Diese Reihenfolge war genau richtig, bestätigt Florian Hörhammer, Sprecher der Berufsfeuerwehr: „Es ist sehr wichtig, uns sofort anzurufen. In solchen Fällen zählt oft jede Sekunde.“

In der Zwischenzeit war der Rauch vom vierten Stock schon in die beiden Etagen darüber gezogen. Dort öffnete die Feuerwehr später vorsichtshalber zur Kontrolle alle Wohnungstüren.

Katharina M. half ihrem Nachbarn Rüdiger L. auf die Füße, merkte aber rasch, dass er auch mit ihrer Hilfe nicht in der Lage gewesen wäre, die Treppe hinunterzulaufen: „Da wären wir wohl beide hinuntergefallen. Ich hätte ihn nicht halten können.“ Auf dem Treppenabsatz zum dritten Stock setzte sich Katharina M. mit ihm hin, legte ihm noch eine Decke um und wartete mit ihm auf die Feuerwehr: „Die war sehr schnell da.“

„Wir haben immer befürchtet, dass so etwas mal geschehen könnte“

In der Zwischenzeit erzählte Rüdiger L., was geschehen war: „Er wollte in seiner Küche Tee kochen, hatte dafür ein Streichholz angezündet. Das war ihm hinuntergefallen auf einen seiner Zeitungsstapel, die er zahlreich überall in der Wohnung hatte. Wir haben immer befürchtet, dass so etwas mal geschehen könnte.“

Denn Rüdiger L. lebte allein und sehr zurückgezogen in seiner Messie-Wohnung, wollte sich aber nicht helfen lassen. Seine Wohnung ist nun nicht mehr bewohnbar. Er wurde zunächst in ein Krankenhaus gebracht. Dort wird nun in Absprache mit Ärzten und Behörden entschieden, wie man ihm helfen kann.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Meine Au“.

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