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Auch der Radweg vom Rosenheimer Platz zur Balanstraße endet nach wenigen Metern.

Tempo 30 wird ignoriert

Lebensgefährliche Rosenheimer Straße: So schnell rasen Autos an Radlern vorbei

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Tempo 30, damit sich Radler auf der Rosenheimer Straße sicher fühlen. Doch der neue Radweg hört mitten an der Straße auf und daneben rasen Autos. Und wir nennen Ihnen Zahlen, die Sie erschrecken werden.  

München - Große, rot-weiße Kreise mit einer 30 prangen auf der Fahrbahn, dazu warnen weiße Fahrradsymbole. Den Straßenrand säumen Tempolimit-Schilder: Die Rosenheimer Straße ist seit Sommer eine 30er-Zone – zur Sicherheit der Radler. „Doch der neue Radweg hört mitten an der Straße auf! Und daneben rasen alle weiter, ein Irrsinn“, schimpft Anwohner Markus Niedermayr. Stimmt: Laut Polizei wurden hier allein in der letzten Augustwoche 1279 Raser geblitzt

Seit 17 Jahren wohnt Markus Niedermayr (59) in Haidhausen, an der Rosenheimer Straße hat der Heilpraktiker auch seine Praxis. Nach schweren Unfällen und einer tödlich verunglückten Radlerin (23) wollte die Stadt die Lage an dieser Hauptverkehrsader verbessern – Markus Niedermayr nahm an zahlreichen Diskussionen und Bürgerversammlungen teil. Doch das, was nun für einen einjährigen Versuch geschaffen wurde, frustriert ihn: Der Radstreifen stadteinwärts wurde zwar vom S-Bahntunnel vor der Orleansstraße in die Rosenheimer Straße verlängert und rot markiert. „Doch dann endet er nach 30 Metern abrupt vor einem Baum!“, sagt Niedermayr. Als Radler müsse man beinahe im rechten Winkel in den Autoverkehr einfädeln! „Das ist was für Lebensmüde“, sagt er. 

Weil sie sich unsicher fühlen, fahren viele Radler auf dem Gehweg

Etliche Radler seien deshalb jetzt verbotenerweise auf dem Gehsteig unterwegs. Die neuen Fahrradzeichen und Tempo-30-Symbole nützen nichts, kritisiert der Heilpraktiker. „Wenn die Autofahrer morgens und abends im Stau stehen, können sie die Markierungen auf dem Boden kaum sehen, so Stoßstange an Stoßstange. Und wenn kein Stau ist, hält sich eh niemand an Tempo 30!“ Seit 24. August hat sich die Polizei bereits 24-mal mit Blitzern in der Rosenheimer Straße postiert. Ergebnis: Allein bis September wurden 1279 Autofahrer erwischt, die zu schnell waren. Im September – innerhalb von 30 Tagen also – waren es 2094 Raser. Spitzenreiter in der Tempo-30-Zone war ein Fahrer mit 83 km/h.

Auch in der Gegenrichtung, vom Rosenheimer Platz kommend, haben es die Radler nicht leicht. Der bisherige Radweg wurde zwar über die Balanstraße verlängert und rot eingefärbt – dann endet er aber ebenfalls auf der gefährlichen Straße. „Viele Bürger hatten gute Ideen zur Verbesserung eingebracht – umsonst“, sagt Nierdermayr. Sein Vorschlag: „Von den vier Spuren eine wegnehmen, so ist links und rechts Platz für einen durchgängigen Radweg. Dann kann die mittlere der drei Spuren wechselseitig geschaltet sein – je nach Bedarf. Morgens gibt es zwei Spuren in die Stadt hinein und eine raus, abends umgekehrt“, sagt der 59-Jährige. „Das funktioniert in Wuppertal bestens.“

Lesen Sie auch: Anwohner verwirrt: Radweg fällt Gehweg-Sanierung zum Opfer. Außerdem: Radl-Krieg auf der Brienner Straße: „Wir sind fassungslos“

Aus unserem Archiv (Januar 2017): Das sagen die Anwohner zum Tempolimit

7 Dinge müssen wir tun, um als Radler in München zu überleben

Radlhauptstadt München? Nicht wirklich. Die Realität ist von diesem Etikett weit entfernt. Mit diesen sieben Überlebenstrategien bahnen wir Radler uns unseren Weg durch den gefährlichen Stadtverkehr.

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