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Sehr mutig: Ein Firmling mit seinem Papierboot auf der Isar.

Wir haben die Gaudi im Video

Über Bord: Münchner Firmlinge kentern mit Papierbooten

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München - Schiffe versenken in Groß: Bis zu acht Meter große Papierboote sind am Samstagnachmittag in München auf der Isar geschwommen - und prompt gekentert. Wir haben das im Video. 

Die Mission lautet: Schiffe schwimmen lassen! Am Ende heißt es dann leider: Schiffe versenkt! Aber der Reihe nach: Künstler Frank Bölter, 45, ist von Köln nach München gereist, um mit 120 Firmlingen Riesen-Papierschiffe zu falten – als teambildende Maßnahme sozusagen. Am Samstagnachmittag geht die Bastelaktion in der Katholischen Jugendkirche an der Preysingstraße (Haidhausen) los. Ein Papierschiffchen hat jeder schon einmal gebastelt – aber oft wieder vergessen, wie es funktioniert. Also alle zusammen und jeder für sich: Zur Einstimmung faltet der Künstler mit den Jugendlichen 120 kleine Schiffe – bevor es an die großen Kaliber geht.

Die 13-jährige Viktoria aus Schwabing schaut auf ihr knitteriges Exemplar und stellt fest: „Ich bin keine große Papierkünstlerin.“ Dennoch, das Basteln am großen Schiff macht allen Firmlingen großen Spaß. Mit ihrem ganzen Körpergewicht falten die Jugendlichen die großen Papierbögen, klettern darunter, kichern und bemalen die fertigen Schiffe. Viktoria zeichnet ein Mädchen mit Kulleraugen auf den Bug, andere schreiben ihre Namen oder ihre Heimatgemeinde drauf. Viktorias Gruppe tauft ihr achteinhalbmeter großes Papierschiff „Cool Heinz“. Es soll später als erstes in die Isar gelassen werden.

Bevor es soweit ist, heißt es marschieren – rund einen Kilometer, von der Preysingstraße zum Müllerschen Volksbad. Für die Passanten ein lustiger Anblick: Jeweils ein Dutzend Körper tragen ein Schiff – die Köpfe verschwinden unter der Papiermasse. Unbemerkt kommen auf dem Weg zwei Laternenmasten daher – und der Schiffstransport bleibt kurzzeitig stecken.

Am Ende kommen alle heil an der Isar an, wo sich schon viele Schaulustige versammelt haben. Beatrix Schall etwa hatte im Münchner Merkur von der Aktion gelesen und war extra aus Olching (Kreis Fürstenfeldbruck) nach München gekommen. „Ich finde das eine tolle Idee“, sagt sie, „das ist super für das Miteinander der Gruppe.“ Über ihrem Kopf schwirrt eine Drohne – das Münchner Kirchenfernsehen filmt aus der Luft.

Künstler Frank Bölter nach der Aktion.

Künstler Frank Bölter steht derweil ein wenig verloren zwischen den vielen Jugendlichen. „Das ist mir heute ein bisschen über den Kopf gewachsen“, gibt er zu. „Das war ein richtiger Werftbetrieb in der Kirche.“ Der 45-Jährige betreut das Projekt seit mehr als zehn Jahren und hat die Riesen-Papierschiffe schon auf der ganzen Welt zu Wasser gelassen – doch nie zuvor mit einer so großen Gruppe zusammengearbeitet.

Voller Übermut setzen die jungen Leute ihre Boote in die Isar – doch eines nach dem anderen kentert. Die „Cool Heinz“ genauso wie die „MS Luitpold“ – und natürlich die „Titanic 2“. Enttäuschung macht sich breit. Ein Gruppenleiter ruft in die Menge: „Dann gehen wir jetzt eben Krapfen essen.“ Die Jugendlichen folgen ihm. Auch die Zuschauer verlieren das Interesse. Zurück bleibt Frank Bölter.

Ein Bub, der zum Zuschauen gekommen ist, Benedikt, sechs Jahre alt, fragt ihn: „Bist du jetzt sehr enttäuscht?“ – „Nein, ich finde es nicht schlimm.“, antwortet Bölter. „Es ist das erste Mal, dass es nicht geklappt hat. Was zählt, ist die Begeisterung.“ Benedikt nickt brav. Restlos überzeugt scheint er nicht.

Lesen Sie auch: Riesen-Papierschiffe: Das steckt dahinter

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