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Kampf gegen Gastro-Pläne

Augustiner Biergarten am Maxwerk? Daraus wird wohl nichts! 

Eine komplizierte Rechtslage macht die Realisierung eines Augustiner-Biergartens am Maxwerk in Haidhausen nahezu unmöglich. Bei einer Sitzung des Bezirksausschusses fiel das Projekt durch.

München - Dem Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen sind die Pläne der Augustiner-Brauerei zuwider, im Maxwerk ein Restaurant mit Biergarten zu errichten. Der BA ließ das Projekt in seiner Sitzung am Mittwoch durchfallen - 15:3 Stimmen gegen einen Biergarten im denkmalgeschützten Wasserkraftwerk an der Isar! Gut möglich, dass das Projekt damit komplett vom Tisch ist - Augustiner hatte versprochen, sich an das BA-Votum zu halten. 

Wie berichtet, waren die meisten Viertel-Politiker - anders als ihre Stadtratskollegen - von Anfang an gegen die Errichtung einer „Großgastronomie“ im Landschaftschutzgebiet. Augustiner reagierte: Statt der vorgesehenen 430 schlug die Brauerei eine Reduzierung auf 230 Sitzplätze vor. Für die meisten BAler änderte das nichts. „Wenn die Freischankflächen erst mal da sind, werden die Maximiliansanlagen ihr Gesicht verlieren“, sagte Nina Reitz (SPD). 

Und Nikolaus Haeusgen (CSU) sieht Probleme wegen der Besitzverhältnisse. Seine Fraktion habe bereits früher wegen einer Nutzungsänderung bei der Stadt angefragt. Die Antwort damals: Man dürfe das Maxwerk nicht als Gaststätte nutzen - und zwar wegen eines Vertrags aus dem 19. Jahrhunderts. Die Stadt habe das Grundstück 1894 von den Wittelsbachern gekauft - mit der Verpflichtung, das Maschinenhaus nur zur Energiererzeugung zu nutzen. „Folglich liefe die Landeshauptstadt Gefahr, das Grundstück wieder an seinen Vertragspartner zurückzugeben. Ist das jetzt kein Problem mehr?“, fragt sich Hausegen. 

Biergarten am Maxwerk? Die Katze beißt sich in den Schwanz

Als das Thema wegen der Augustiner-Pläne jetzt wieder aktuell wurde, hat der BA wegen der Kini-Klausel und anderer Punkte bei der Lokalbaukommission (LBK) nachgefragt. Elf Anträge und Anfragen zu Aspekten wie Naturschutz und Fahrradabstellplätzen sind laut BA-Chefin Adelheid Dietz-Will bis heute unbeantwortet. Dem BA fehlten deshalb wichtige Informationen als Entscheidungsgrundlage. Das zuständige Planungsreferat der Stadt kontert: Es liege ja kein offizieller Bauantrag vor, deshalb stellten sich die Fragen nicht. Man würde sie beantworten, wenn Gespräche zwischen BA und Mietinteressent (also Augustiner) stattgefunden hätten, heißt es sinngemäß. „Es ist ein Stück weit dreist, bei uns den schwarzen Peter abzuladen! Der liegt bei der LBK“, schimpfte Andreas Micksch (CSU). 

Augustiner hatte zwar bereits im Juni 2016 einen Antrag auf Vorbescheid fürs Maxwerk gestellt - laut Planungssprecher Ingo Trömer gab man den Antrag damals aber aufgrund von Mängeln wieder zurück. Und ein neuer Antrag liege nicht vor. Laut der Brauerei wird das vorerst auch so bleiben. „Augustiner ist gerne bereit, eine Gastronomie im Maxwerk einzurichten, wird das aber nicht gegen den Bürgerwillen tun“, sagt ein Sprecher auf tz-Anfrage. Beißt sich die Katze also in den Schwanz...

Das ist das Maxwerk

Es ist ein Kleinod an der Isar: Das Maxwerk ist eines der ältesten noch betriebenen Wasserkraftwerke Bayerns - und das älteste Münchens. Seit 1895 wird am rechten Isarufer in den Maximiliansanlagen Strom erzeugt. Eigentümer des Kraftwerks sind die Stadtwerke -München (SWM). Die jetzt strittigen Pläne würden eine -Parallel-Nutzung bedeuten: Stromerzeugung und Gastronomie in einem Haus.

Die besten Geschichten posten wir auch auf unserer Facebook-Seite „Haidhausen - mein Viertel“. 

D. Schmitt

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