Seymour D. genießt, dass er wieder ins Müller’sche Volksbad gehen kann
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Seymour D. genießt, dass er wieder ins Müller’sche Volksbad gehen kann

Schwimmen im Jugenstil

Nach über 10 Monaten öffnet das Müller’sche Volksbad wieder - darum war es so lange zu

  • VonLeoni Billina
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Die Luft dampft, das Wasser plätschert vor sich hin, Schwimmer ziehen ihre Bahnen… Nach über zehn Monaten Trockenzeit herrscht endlich wieder Leben im Müller’schen Volksbad!

Seit 1. November vergangenen Jahres waren hier keine Gäste mehr, heute ging es in dem traditionsreichen Hallenbad endlich wieder los. Eigentlich hätten sie schon im Juni wieder aufmachen dürfen, aber das Personal fehlte.

Erich Kühberger ist Betriebsleiter im Jugenstil-Bad an der Rosenheimer Straße. „Wir hatten das Problem, dass für die Freibäder Saisonkräfte gebraucht werden. Weil lange nicht klar war, wann sie wieder öffnen dürfen, sind die Kräfte in großer Zahl abgesprungen.“ Dann die Entscheidung: Einige Hallenbäder bleiben zu und das Personal springt in den Freibädern ein. Auch Kühbergers 16 Mitarbeiter waren in verschiedenen Freibädern im Einsatz. „Obwohl: Bei diesem feuchten Sommer hätten wir wohl eher die Hallenbäder öffnen sollen“, sagt Kühberger und lacht.

Das Personal vom Volksbad musste in den Hallenbädern eingesetzt werden

Auch Bademeister Patrik war anderweitig eingesetzt, im Maria Einsiedel an der Zentralländerstraße. Dort war es auch schön, sagt er, aber anders. „Das Volksbad ist nicht nur irgendein Bad, das ist einfach auch was fürs Auge und für die Seele.“ Er arbeitet schon seit 15 Jahren hier, für ihn ist da alles Familie. Seinen Kollegen kennt er schon seit dem Kindergarten „Es ist sehr familiär hier im Bad. Ich würde nirgendwo anders hinwollen!“ Das leere Bad sei ein trauriger Anblick gewesen. „Umso schöner, dass die Hallen endlich wieder mit Leben gefüllt sind!“

Heute früh um 6 Uhr waren alle Mitarbeiter wieder in ihrem Stamm-Bad versammelt, erstmal wurde eine Einsatzübung durchgeführt. „Wir mussten ja schauen, ob alle nach dem Jahr noch schwimmen können“, meint Kühberger. Konnten zum Glück alle – so wurden um 7.30 Uhr die ersten Badegäste empfangen. Wie Irmgard Schmidt (69), die seit Jahrzehnten dienstags hier herkommt. „Ich habe mich so gefreut, als ich gehört habe, dass wieder aufgemacht wird.“ Auch Seymour D. (65) kommt regelmäßig. „In der Zeit, als hier zu war, bin ich ins Michaelibad gegangen. Das war schon anders: draußen, größer und kälteres Wasser.“

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