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Es wird enger bei den Betreuungsplätzen für Kinder in der Au – hier die Grundschule am Mariahilfplatz.

Es wird langsam eng

Streit um Betreuungsplätze: Sorgenkinder in der Au

München - Die Grundschule am Mariahilfplatz gehört aus Sicht des Bezirksausschusses saniert – neue Plätze für Kinder im Viertel sind gefragt, denn der Stadtteil wächst rasant. 

Der Stadtteil Au-Haidhausen wächst rasant. Bei der jüngsten Bürgerversammlung im Pestalozzi-Gymnasium warnte die Bezirksausschuss-Vorsitzende Adelheid Dietz-Will (SPD) vor den Folgen für die Schulen und Betreuungsplätze im Viertel.

Die Fakten sind schnell benannt: Allein auf dem Paulaner-Gelände ist bis in fünf Jahren mit rund 3500 neuen Bewohnern zu rechnen. Dazu kommen gut 200 neue Wohnungen auf dem Bernbacher-Gelände am Tassiloplatz. In der Summe ist durch den Bau privater Wohnungen mit mehr als 5000 neuen Bewohner zu rechnen. Die Einwohnerzahl im gesamten Stadtbezirk soll laut Prognosen von 59 752 (Ende 2015) bis im Jahr 2030 auf 70 700 wachsen – das wäre ein Plus von 15,3 Prozent.

Die Lokalpolitiker sehen deshalb dringenden Handlungsbedarf, insbesondere bei den Schulen. Einer der Problemfälle ist aus ihrer Sicht die längst sanierungsbedürftige Grundschule am Mariahilfplatz. Knapp 280 Schüler besuchen dort zwölf Klassen, es gibt dort auch eine Mittagsbetreuung. Soweit so gut. Doch schon jetzt herrsche an der Schule Raumnot, kritisiert der Bezirksausschuss. Seine Prognose ist düster: Wegen der „rapide“ steigenden Schülerzahlen komme es schon im Schuljahr 2016/2017 zu „nicht mehr tragbaren Belastungen“. Zudem gehöre das alte Gebäude von Grund auf saniert. In den meisten Klassenzimmern seien die Fenster zugeschraubt und könnten nicht mehr zum Lüften geöffnet werden. Auch neue Toiletten seien angebracht. Sicherheitsstandards bei den Fluchtwegen ließen teils zu wünschen übrig.

Stadt legt sich nicht fest - Bezirksausschuss drängt

Doch noch immer stehe seitens der Stadt nicht fest, was mit dem Schulhaus nun geplant sei, sagte SPD-Politikerin Dietz Will am Donnerstag und mahnte: „Wir können nicht so lange warten“. Auch ein Hort und eine Kindergartengruppe in dem Gebäude am Mariahilfplatz sind betroffen. Die Eltern wünschen sich dort, dass sie besser informiert und in die Planungen eingebunden werden, beantragte ein Vater und bekam dafür großen Zuspruch.

Siegfried Trautmannsberger vom Referat für Bildung und Sport versicherte, dass die Stadt sich kümmere. Es müssten vorab auch rechtliche Fragen geklärt werden – etwa für den Fall, dass das Schulhaus aufgestockt werde. So viel stehe zum Zeitpunkt fest: „Am Mariahilfplatz werden in den nächsten zwei Jahren nicht irgendwelche Bagger anrücken können.“

Die Schulpläne für die Hochstraße 31 sind dagegen festgezurrt: Neben der Grundschule mit dem Tagesheim soll ab 2017 eine neue, dreizügige Grundschule gebaut werden. Bis im Herbst 2019 soll alles fertig sein.

Der Versorgungsgrad im Stadtbezirk Au-Haidhausen liegt bei den Krippen laut der Stadt bei aktuell 36 Prozent, bei den Kindergärten bei 90 Prozent und bei der ganztägigen Versorgung der Grundschulkinder bei 81 Prozent. Gerade in der Au berichten Eltern jedoch häufiger, dass es schwierig ist, einen geeigneten Betreuungsplatz zu finden.

Druck macht der Bezirksausschuss zudem beim Kinder- und Jugendtreff am Kegelhof, der aus Sicht der Lokalpolitiker zügig saniert gehört. Dass die Stadt hier nur auf eine Machbarkeitsstudie verweise, sei nicht hinnehmbar. 

Anne Hund

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