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Kreativität schwappt über die Mauer: Künstlerin Janine Mackenroth schafft derzeit am Leuchtenbergring ein riesiges Wandgemälde.

So viel Farbe

Bunte Wand am Leuchtenbergtunnel: Das ist Münchens größtes Kunstwerk 

„Ein Viertel läuft über“, so hat Künstlerin Janine Mackenroth ihr Werk genannt, das sie gerade am Mittleren Ring entstehen lässt. Die Dimension ist eine Herausforderung.

  • Die Künstlerin Janine Mackenroth bemalt eine 300-Meter-Wand am Leuchtenbergtunnel.
  • Nicht nur die Größe des Projekts, sondern auch die Corona*-Krise sorgt für eine Herausforderung
  • Mackenroths Werk ist das Leuchtturmprojekt für ein ungewöhnliches Projekt

München - In den nächsten Wochen soll die nördliche Stützwand des Leuchtenbergtunnels in ein spektakuläres abstraktes Farbenspiel verwandelt werden. Mit fast 800 Quadratmetern auf 300 Metern Länge ist das durchaus eine Herausforderung. Doch die Künstlerin hat Erfahrung. „Ich habe schon mal 4.500 Quadratmeter Rasen im Olympiapark als temporäres Kunstwerk zur Arktisschmelze bemalt.“

Damit die Arbeit klappt, muss die Künstlerin das Wetter im Auge behalten. „Die Farbe braucht mindestens 15 Grad Außentemperatur und 24 Stunden Trockenzeit, Wasser verwischt das Ganze“, sagt sie. Weil die Mauer recht porös ist, saugt sie viel Farbe auf. „Doch derzeit haben die Baumärkte zu – und die Lieferketten sind abgeschnitten, das macht mir Sorgen.“ Zudem kann Mackenroth nicht auf das angrenzende Gelände, weil der Hausmeister wegen Corona nicht vor Ort ist.

Werke der renommierten Künstlerin aus München auch im Bundestag

„Ich bin glücklich und dankbar, meine Arbeit hier umsetzen zu können“, sagt die 31-jährige Münchnerin, die ihr Atelier gleich ums Eck im Streitfeld in Berg am Laim hat. Die Arbeiten der international renommierten Künstlerin sind sonst in Museen, Galerien und Sammlungen in New York, Hamburg, aber auch im Bundestag in Berlin zu sehen. Darunter auch Werke mit ungewöhnlichen Materialien wie Nagellack, Siegelringen und Kosmetikartikeln. Der Regenbogen am Mittleren Ring setzte sich vergangenes Jahr bei einem Wettbewerb durch.

Mackenroths Werk ist das Leuchtturmprojekt für ein ungewöhnliches Projekt: Aus dem Gewerbegebiet an der Neumarkter Straße soll ein öffentliches Kunstviertel werden. Mit Mackenroths Mural schwappt förmlich die ganze Kreativität des Viertels über die Mauerkante. „Wir wollen hier mit dem Munich Art District (MAD) eine der deutschlandweit größten Sammlungen von Urban Art, Street-Art und Kunst im öffentlichen Raum schaffen“, erklärt MAD-Geschäftsführer Tom Wimmer. So sind weitere Street-Art-Werke vom bekannten Münchner Künstler Loomit geplant, etwa soll die Fassade des Lidl-Marktes bemalt werden. Zudem würde man gerne Installationen in den Baumkirchner Gleispark stellen.

“Wir wollen Berg am Laim als Kunstviertel etablieren“

Über Jahre hinweg soll sich die Neumarkter Straße zur frei zugänglichen Ausstellungsfläche entwickeln. „Das bisher oft unbeachtete Gebiet soll zu einem urbanen Raum mit neuer Geschichte werden, wir wollen Berg am Laim als Kunstviertel etablieren“, so Wimmer. Die Kunstwerke, Installationen und Wandgemälde sollen Teil des Alltags im Quartier werden. Zudem soll es einen jungen Gegenpol zur gesetzten Münchner Kulturszene darstellen. Getragen wird das Projekt, das in enger Abstimmung mit Stadt und den jeweiligen Eigentümern steht, von einer eigens gegründeten gemeinnützigen GmbH, als Gesellschafter fungiert die Kommunikationsagentur Heller & Partner. 

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Carmen Ick-Dietl

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