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Mordprozess um mumifizierte Leiche.

Schuld gilt als erwiesen

Prozess um mumifizierte Leiche: Lange Haftstrafen für Hauptangeklagte

Bei Bauarbeiten in München hatte man die mumifizierte einer ermordeten Frau gefunden. Die Hauptangeklagten haben nun lange Haftstrafen erhalten.

Update vom 11.04.2018 - 16:38 Uhr

München - Im Prozess um eine ermordete Frau, deren mumifizierte Leiche in München ausgegraben wurde, ist ein Hauptangeklagter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes verurteilt worden. Gegen den anderen Hauptangeklagten verhängte die Strafkammer des Landgerichts München I am Mittwoch eine Haftstrafe von elf Jahren wegen Totschlags. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die beiden Polen ihr Opfer im Juli 2015 zuerst gewürgt und mit einem Hammer attackiert hatten. Anschließend ließen sie die Frau mit weiteren Komplizen auf einem alten Firmengelände in München verschwinden.

Zwei weitere polnische Männer wurden zu Haftstrafen wegen Strafvereitelung verurteilt. Ein dritter muss wegen gefährlicher Körperverletzung ins Gefängnis. Die Leiche war im September 2016 bei Bauarbeiten entdeckt worden. Nach Überzeugung des Gerichts war bei einer Grillfeier am 6. Juli 2015, bei der reichlich Alkohol floss, zwischen den Männern und dem Opfer ein Streit ausgebrochen. Einer der Männer schlug der Frau schließlich ins Gesicht und trat ihr gegen den Kopf.

Einer der beiden späteren Hauptangeklagten, der 39-jährige damalige Lebensgefährte der Frau, habe sie zudem gewürgt, bis sie nur noch röchelte. Sein Kumpan schlug ihr schließlich mit einem Hammer gegen den Kopf. Etwa drei Tage später warfen die beiden Männer mit zwei Komplizen die Leiche der Frau in einen Schacht auf dem Firmengelände.

Stand vom 11.04.2018 - 12:13 Uhr

Der Verteidiger eines Hauptangeklagten plädierte für eine „angemessene Strafe“ für seinen Mandanten. Der Tathergang sei unklar, erklärte Rechtsanwalt Oskar Derkacz am Mittwoch. Zudem sei seinem Mandanten, dessen Lebensgefährtin das Opfer gewesen war, kein Motiv nachzuweisen. Zwei Hauptangeklagte müssen sich wegen Mordes in Mittäterschaft, drei weitere Männer wegen vorsätzlicher Körperverletzung sowie gemeinsamer Strafvereitelung vor dem Landgericht München I verantworten. Ein Urteil sollte noch am Nachmittag verkündet werden.

Staatsanwaltschaft forderte lebenslange Haft

Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Hauptangeklagten lebenslange Haft gefordert. Sie wirft den Männern vor, die Frau nach einem Streit misshandelt und mit mehreren Hammerschlägen auf den Kopf getötet zu haben. Im Anschluss sollen sie die Leiche mit weiteren Komplizen in einem Schacht auf einem alten Münchner Firmengelände verschwinden lassen haben. Etwa ein Jahr später wurde die Leiche bei Bauarbeiten ausgegraben.

Lesen Sie zur vorherigen Berichterstattung auch: 

Mumifizierte Leiche aus Haidhausen: Angeklagter packt aus

Prozess um mumifizierte Leiche: Angeklagte fanden Opfer „nervig“

dpa

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