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„Zwischen Fatalismus und Demut“: Stefan Betz (li.) und Richard Oehmann, das neue Singspiel-Duo.

Starkbieranstich am 28. Februar

Nockherberg-Singspiel: Neue Autoren haben einen Trump im Ärmel

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Die Vorbereitungen auf den Starkbieranstich am Nockherberg laufen auf Hochtouren. Die neuen Singspiel-Autoren Richard Oehmann und Stefan Betz bringt nichts aus der Ruhe. Vielleicht tritt sogar Donald Trump auf.

Update vom 27. Februar 2018: Am Mittwoch 28. Februar, werden die Politiker wieder beim Starkbieranstich derbleckt. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie den Nockherberg 2018 live im TV und Live-Stream sehen können. Und: Wir bieten natürlich auch einen Live-Ticker zum Nockherberg 2018.

München - Es ist schon ein Kreuz mit dem Singspiel in diesem Jahr: Da haben die beiden Neuen, Richard Oehmann (47) und Stefan Betz (47), schon riesige Fußstapfen, in die sie treten sollen - als Nachfolger von Regisseur Marcus H. Rosenmüller, dessen fulminante Singspiele fünf Jahre lang für Furore gesorgt haben. Und dann auch noch das: Die Regierungsbildung in Berlin zieht sich scheinbar endlos hin - ob die GroKo wirklich kommt, ist sechs Wochen vor dem Starkbieranstich am 28. Februar ungewiss. Ein schweres Los. Doch wer in diesen Tagen mit Oehmann, einem der Macher von „Doktor Döblingers geschmackvollem Kasperltheater“, und dem Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Betz spricht, hört Erstaunliches: „Das könnte jetzt arrogant wirken“, sagt der gebürtige Weilheimer Oehmann und lacht, „aber die Nervosität ist nicht so groß.“

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Seit Wochen tüfteln und lachen die beiden Autoren nun zusammen. Das Singspiel steht. In der kommenden Woche wird das Duo es einem kleinen Kreis Auserwählter präsentieren. „Wir haben uns eine Geschichte überlegt, die inhaltlich auch in einem halben Jahr noch gilt“, deutet Oehmann an. Es geht hauptsächlich um die bayerische Landespolitik. Nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen habe im Hinblick auf bundespolitische Themen „irgendwas zwischen Fatalismus und Demut“ bei ihnen eingesetzt, erzählt Betz. „Wir konnten da einfach bis jetzt nicht viel machen. Was stand denn schon fest?“ Nun sehe es so aus, als bleibe alles wie bisher, also Schwarz und Rot, worauf aber keiner so richtig Lust habe.

Antonia von Romatowski stellt Bundeskanzlerin Angela Merkel dar.

Nur Seehofer oder Merkel könnten Singspiel in Bredouille bringen

In die Bredouille, sagt Oehmann, kämen sie mit ihrem Singspiel jetzt nur dann noch, wenn Horst Seehofer morgen beschließe, sofort in den Ruhestand zu gehen - oder Angela Merkel im Februar noch zurücktrete. Die Bundespolitik komme nun auf einer „abstrakt-persönlichen Ebene“ vor, erklärt Betz. „Eine Frau Merkel gibt es auf der Bühne natürlich schon.“ Das habe er jetzt aber eigentlich gar nicht verraten dürfen, schiebt er hinterher.

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Genauso wenig soll vorab über den Rest des Personalstabs geredet werden. Das neue Singspiel-Duo hat aber schon angekündigt, das Schauspieler-Team von Rosenmüller zu übernehmen. Sicher ist damit, dass Christoph Zrenner als Noch-Ministerpräsident Horst Seehofer wieder zu sehen ist, ebenso Stephan Zinner als künftiger bayerischer Regierungschef Markus Söder und Gerhard Wittmann als Double von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter. Angela Merkel wird wieder von Antonia von Romatowski gespielt und auch Angela Ascher als Ilse Aigner gilt als gesetzt. Stefan Murr, der auf dem Starkbier-Olymp schon Karl Theodor zu Guttenberg, Florian Pronold, Hubert Aiwanger und zuletzt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mimte, wird auch heuer wieder eine neue Rolle übernehmen. „Er hat heuer sein zehntes Jubiläum am Nockherberg“, sagt Oehmann. „Deshalb müssen wir ihn ja mitspielen lassen.“ Vielleicht werde Murr ja als US-Präsident auftreten, orakelt Oehmann. „Stefan Murr kann ja auch als Trump in der bayerischen Landespolitik mitmischen.“ Witz oder Wahrheit? Am 28. Februar ist es gewiss.

Christoph Zrenner spielt auch diesmal wieder Horst Seehofer.

Die Proben mit den Schauspielern beginnen am 5. Februar. In den letzten Zügen sind unterdessen auch die Arbeiter im Paulaner am Nockherberg, dessen Runderneuerung unmittelbar nach der Starkbierzeit 2017 begonnen hat. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Fertigstellung“, sagt Paulaner-Sprecherin Birgit Zacher. Mit dem Umbau endete auch die Ära von Peter Pongratz am Nockherberg. Als neuer Wirt im neuen Saal wird erstmals Christian Schottenhamel die Prominenz aus Stadt, Land und Bund beim Starkbieranstich empfangen.

Stefan Murr spielte schon vier Politiker, etwa Florian Pronold.

Caroline Wörmann

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