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Kreuz und quer: Das tägliche Roller-Szenario vor der Grundschule an der Kirchenstraße in Haidhausen. 

Durch spezielle Vorrichtungen

Politiker fordern: Mehr Ordnung im Tretroller-Chaos

Der Tretroller-Trend hält auch in München seit Jahren an. Lokalpolitiker aus Haidhausen regen darum nun an, Rollerständer vor allen Schulen und Kindergärten der Stadt zu montieren.

München - Viele Kinder in München nehmen für den Weg zu Kindergarten oder Schule eher den Roller als das Rad. Das liegt unter anderem daran, dass sie den Roller zusammenklappen und zum Beispiel leicht mit in den Bus nehmen können – oder bei den Eltern in den Kofferraum werfen, wenn sie nachmittags abgeholt werden. Das große Problem mit den Rollern ist allerdings, dass man sie nirgends besonders gut abstellen kann. Die Roller lassen sich nur schwer abschließen und passen nicht in Fahrradständer. Und einen eigenen Ständer haben die kompakten Klapp-Roller auch nicht. Deshalb lehnen die Kinder ihre Gefährte überall an, wo es geht, während sie in der Schule sind. So stehen dann überall wild geparkte Roller – oder purzeln gar übereinander. So zum Beispiel vor der Grundschule an der Kirchenstraße in Haidhausen, wo vormittags an jedem Zaun Tretroller befestigt sind.

Ob die Roller mit ins Schulgebäude genommen werden dürfen, entscheidet letztlich jede Schule selbst. „Das liegt im Ermessen der jeweiligen Leitung“, sagt Ulrich Lobinger, Sprecher des städtischen Referats für Bildung und Sport, auf Anfrage. In der Regel ist das aber nicht gestattet. Im Schulreferat habe man bis jetzt keinen besonderen Roller-Trend beziehungsweise eine Notwendigkeit zum Handeln vor Münchens Schulen bemerkt. Heißt: Bislang gibt es keine konkreten Pläne, dem Roller-Phänomen Rechnung zu tragen.

In Reih und Glied: Mehr als 100 Roller können in diesem speziellen Ständer vor einer Schule in Hannover geparkt werden. 

Doch nun hat sich die SPD-Fraktion im Bezirksausschuss Au-Haidhausen des Themas angenommen. Ihre Idee: Wie Fahrradständer sollten vor allen Schulen und Kindergärten auch Ständer für Roller angebracht werden. „Es gibt da inzwischen ganz viele verschiedene Modelle, an denen man die Roller abstellen kann, sodass sie nicht umkippen und auch mit Schlössern vor Diebstahl gesichert werden können“, sagt die Fraktionssprecherin Nina Reitz. Tilla Meyer von der SPD ist der Meinung, dass man die speziellen Rollerständer „eigentlich vor jeder Schule“ installieren sollte. Sie selbst sei begeistert von einem Modell an der Berg-am-Laim-Straße, bei dem die Schlösser direkt am Ständer verbleiben können, sodass die Kinder ihren Roller jeden Tag an derselben Stelle parken können.

Der CSU-Fraktionssprecher Nikolaus Haeusgen findet zwar, dass man nicht „überall im öffentlichen Raum nur noch Ständer für irgendwas“ aufstellen sollte. Am Ende einigte sich der Bezirksausschuss Au-Haidhausen aber mit nur einer Gegenstimme auf den Antrag, dass entsprechende Rollerständer vor den Schulen und Kindergärten installiert werden sollen. Die Stadt möge prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, dies umzusetzen.

Anna Mayr

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