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Etwa 10.000 Mäuse (Archivbild) sollen als Versuchstiere ins MS-Forschungszentrum kommen.

In Haidhausen

Rechts der Isar plant Labore für 10.000 Versuchstiere

München - Das Klinikum rechts der Isar plant im künftigen Zentrum für Multiple Sklerose in Haidhausen weitere Labore für mehr als 10.000 Versuchstiere.

Hier könnte das künftige Zentrum zur Erforschung und Behandlung von Multipler Sklerose (MS) gebaut werden: An der Trogerstraße 12 bis 16 (links) soll der Neubau entstehen. Das Gebäude rechts ist das „Translatum“, das wohl im Herbst eröffnet wird.

Das Klinikum rechts der Isar plant auf dem Campusgelände der Technischen Universität (TUM) in Haidhausen weitere Tier-Labore. Wie berichtet, soll auf dem Gelände ein neues Zentrum zur Erforschung und Behandlung von Multipler Sklerose (MS) entstehen. Ein Vorbescheidsantrag für den geplanten Neubau an der Trogerstraße 12 bis 16 liegt der Stadt vor. Über den Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen sind nun Details zu dem beantragten MSZentrum sowie zur Nutzung der geplanten Tier-Labore bekannt geworden. Neben den Untersuchungs- und Behandlungsbereichen für betroffene Patienten sollen in dem MSZentrum auch Forschungsbereiche, Büros und Laboratorien entstehen. Fünf oberirdische Stockwerke und zwei im Untergeschoss für die Tierhaltung soll der Bau haben.

TUM-Sprecher Ulrich Marsch bestätigte am Freitag auf Anfrage erstmals: „Ja, es werden auch Räumlichkeiten für Tierunterbringung in dem Gebäude geplant.“ Es gebe eine bundesweite Einigkeit darüber, dass komplexe Krankheitssysteme wie Krebs, Alzheimer oder Multiple Sklerose nicht ohne Forschung an Versuchstieren therapierbar seien, betonte er. „Deswegen werden wir in dem MS-Zentrum zum Wohle der Erkrankten auch an Versuchstieren forschen.“

Unterstützt wird das geplante MS-Zentrum von der „Klaus Tschira Stiftung“ in Heidelberg, die Naturwissenschaften fördert. Mit einer Zuwendung in Höhe von 25 Millionen Euro sollen die TU München und das TUM-Klinikum rechts der Isar in Europa führend bei der Erforschung der bisher unheilbaren Krankheit Multiple Sklerose werden. Allein in Deutschland sind rund 200 000 Menschen an MS erkrankt.

Tierversuche: „Nach jetzigem Stand gehen wir von etwa 10.000 Mäusen aus“

Untergebracht werden sollen in dem geplanten MS-Forschungszentrum Mäuse und Fische. „Nach jetzigem Stand gehen wir von etwa 10.000 Mäusen aus“, sagt Marsch. Dazu kämen etwa 1.000 Fische – „die meisten davon Zebrafische“. Warum gerade diese Tiere, erklärt der TUMSprecher so: „Üblicherweise arbeitet man bei Versuchstieren mit den am niedrigsten entwickelten Tieren.“ Bei Erkrankungen des Immunsystems wie zum Beispiel Multiple Sklerose, sei die Maus das relevante Tier. Bei der Forschung mit den Fischen, erklärt Marsch, gehe es ebenfalls um das Thema MS, „aber hier konkret um die Frage, wie sich Nervensysteme entwickeln“. Diese Frage lasse sich am effizientesten mit Fischen erforschen.

Noch ist allerdings nichts entschieden. Die Stadt prüft derzeit den Vorbescheidsantrag für das neue Gebäude. Dabei spielt auch der Denkmalschutz eine Rolle: An der Trogerstraße 12 bis 16, wo der Bau beantragt ist, müssten zwei alte Häuser weichen. So würden im Rahmen des Vorbescheidsantrages auch der Abbruch der auf dem Grundstück bestehenden Denkmäler – die Häuser 12 und 14 – abgefragt und geprüft, wie das Planungsreferat auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. Auch das Landesamt für Denkmalpflege ist eingeschaltet.

Bereits heuer soll im Herbst – in direkter Nachbarschaft zum geplanten MS-Zentrum – das neue Krebsforschungszentrum „Translatum“ der TUM seine Pforten öffnen. Das Krebszentrum war bei der Planung unter den Haidhausern heftig umstritten, weil dort auch Versuchstiere gehalten werden sollen, denen Tumorzellen eingepflanzt werden. Bis zu maximal 36 000 Mäuse und 800 Ratten könnten im Translatum untergebracht werden, heißt es. Die Begeisterung über weitere, tausende Versuchstiere im MS-Zentrum wird sich in der Nachbarschaft wohl auch dieses Mal in Grenzen halten.

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Anne Hund

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