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Handyvideo: Sicherheitspersonal zerrt den Schwarzfahrer aus dem Zug.

Skandal-Video in S-Bahn

Fahrscheinkontrolle eskaliert: DB-Mitarbeiter ringen Mann nieder

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Eine Fahrscheinkontrolle ist am Dienstagnachmittag eskaliert. Zwei Kontrolleure zerrten einen Mann aus der S-Bahn und drückten ihn grob zu Boden. So reagiert die Bahn.

Update, 28. Juni: Nach brutaler Kontrolle in S8: Das sagen Polizei und Bahn  

München - Eine Fahrscheinkontrolle, die nach Ansicht von Augenzeugen in überzogene Brutalität mündete, hat am Dienstag in der S-Bahn vom Flughafen Aufsehen erregt.

Natalija Miletic (33) ist Berlinerin und fährt viel im Nahverkehr, da hat sie schon vieles erlebt, doch was sie am Dienstag in München mit anschauen musste, bringt sie aus der Fassung. Die Journalistin fuhr mit der S-Bahn vom Flughafen Richtung Innenstadt. „Da waren zwei Sicherheitsleute, die sich von den Fahrgästen die Fahrkarten zeigen ließen.“ Auch ein junger dunkelhäutiger Mann war an Bord. Der hatte keinen Fahrschein. „Die Leute von der Bahnwache waren von Anfang an sehr unfreundlich zu ihm, sie wollten seinen Ausweis sehen und verlangten sein Geld, er hatte aber nur noch 9 Euro Bargeld“, berichtet Miletic. Die Wachmänner nahmen dem Mann die neun Euro ab und erklärten, dass er nun noch 51 Euro zu zahlen habe. „Der Mann sagte den Wachleuten, dass er das Geld noch für Essen braucht, doch das haben die total ignoriert.“ Schließlich forderten sie ihn auf, mit ihnen auszusteigen.

Situation eskaliert am Leuchtenbergring

Am Halt Leuchtenbergring eskalierte dann die Situation: „Unter äußerst brutaler Gewalt nahmen die beiden Kontrolleure den Mann in den Schwitzkasten und zerrten den sich Wehrenden ins Freie“, erinnert sich Miletic, die den ganzen Vorfall mit dem Handy filmte. Die Zeugin: „Natürlich ist der Mann schwarz gefahren und müssen die Kontrolleure ihren Job machen, aber die beiden sind total ausgerastet, das war völlig überzogen.“

Auf dem Bahnsteig drücken ihn die Mitarbeiter auf den Boden.

Die Bahn hält dem entgegen, dass der Schwarzfahrer nicht seine Personalien habe angeben wollen. Er habe sich außerdem aggressiv verhalten, so die Bahn zur Onlinezeitung HuffPost. Weil er nicht aussteigen wollte, hätten die herbeigerufenen Sicherheitsleute körperlichen Zwang anwenden müssen. Da Miletic die Situation anders erlebte, ermittle jetzt die Bundespolizei. Die beiden Sicherheitsleute würden vorerst nicht weiter auf Streife geschickt.

Laut Bahn-Pressestelle dürften die Bahn-Sicherheitsleute von Schwarzfahrern sofort das erhöhte Beförderungsentgelt von 60 Euro kassieren. Ansonsten bekomme der Betroffene ein Papier mit der Aufforderung, die Strafe später zu zahlen. In jedem Fall müsse der Schwarzfahrer seine Personalien angeben und belegen. Das kann durch einen Ausweis geschehen. Wenn jemand sich nicht ausweisen könne und fliehen wolle, dürften die Sicherheitsleute auch Zwang anwenden. An einer Haltestelle werde er der Polizei übergeben.

In München gibt es immer wieder mal Fälle, in denen DB-Mitarbeiter und Fahrkartenkontrolleure schwer beschuldigt werden. Auch Walter S. klagte an, dass ihn S-Bahn-Kontrolleure gewürgt haben. Im vergangenen Jahr verbrannte ein Journalist seine Isar-Card, weil Kontrolleure zu einer Touristin grob und erbarmungslos waren.

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