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Grundsteinlegung Sudetendeutsches Museum, v.l. Emilia Müller, Horst Seehofer, Monika Grütters (Staatsministerin der Bundesregierung), Barbara Stamm, vorne Ortfried Kotzian.

Für Seehofer "Herzensangelegenheit"

Sudetendeutsches Museum: Grundstein ist gelegt

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München - Mit einem Festakt ist am Freitag die Grundsteinlegung des Sudetendeutschen Museums in Haidhausen gefeiert worden. Ministerpräsident Horst Seehofer sprach von einer "persönlichen Herzensangelegenheit".

Eigentlich sollte das Sudetendeutsche Museum längst eröffnet sein. 2015, so war es angekündigt, sollte ein markanter 34-Meter-Turm an der Isarhangkante seine Pforten öffnen. Doch die Lokalbaukommission verhinderte den Bau. Nun wird der Neubau neben dem Sudetendeutschen Haus eine Nummer kleiner und frühestens 2018 eröffnen.

Doch von Gram über die Verzögerung und die kleinere Dimension des Museums war am Freitag bei der feierlichen Grundsteinlegung nichts zu spüren. Im Gegenteil: Alle Beteiligten sind stolz auf das große Projekt - und erhoffen sich vom zentralen Sudetendeutschen Museum eine große Wirkung. "Heimat bewahren, Zukunft gestalten", so drückte es Ministerpräsident Horst Seehofer, CSU, in seiner Festrede aus, das sei der Auftrag des Museums, das er als seine "persönliche Herzensangelegenheit" bezeichnete.

Der Ministerpräsident würdigte ausführlich die historischen Leistungen der Vertriebenen. "Ohne das Wirken der Sudetendeutschen in der Nachkriegszeit wäre Bayern nicht zu diesem blühenden Land geworden", sagte er. "Junge Leute können von ihnen lernen, was Fleiß, Mut und Ideenreichtum bewirken können." Zur Leitkultur gehöre die Kultur der deutschen Heimatvertriebenen dazu. Der Freistaat stellt für die Errichtung des Museums 20 Millionen Euro zur Verfügung, der Bund beteiligt sich mit weiteren 10 Millionen Euro.

Die bayerische Staatsregierung hat darüber hinaus die Absicht, auch den laufenden Betrieb mit jährlich einer Million Euro zu untersützen. Der Vorstandsvorsitzende der Sudetendeutschen Stiftung, Ortfried Kotzian lobte, der Dialog zwischen Sudetendeutschen und Tschechen werde vom Landtag und der Staatsregierung "in herausragender Weise gepflegt". Hans-Martin Hinz, der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats, erinnerte daran, dass es auch Stimmen von Sudetendeutschen gegeben habe, die der Museums-Idee kritisch gegenüberstanden. "Die Sudetendeutschen sind doch noch nicht reif fürs Museum!", hätten sie gesagt. "Wir sind doch eine lebendige Gemeinschaft." Doch genau das sei kein Gegensatz. "Museen sind heute lebendige Orte", betonte Hinz.

Auch Bernd Posselt, der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, betonte, wie lebendig Bayerns vierter Stamm bis heute ist. Eine besondere Ehre sei es, dass mit Charlotte Knobloch, dem Rabbiner Steven Langnas und Marian Offman "drei führende Vertreter der jüdischen Gemeinde" bei der Grundsteinlegung dabei seien. "Das macht deutlich, in welche Richtung wir seit Jahrzehnten Politik machen." Die Bundes-Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, das Museum könne auch dazu beitragen, die Konflikte zu verstehen, in deren Angesicht sich Europa besser bewähren müsse. So gehe es um Fragen des Zusammenlebens zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen und gegenseitige Anerkennung.

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