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Wo wann gebaut wird

Zweite Stammstrecke: Bahn nennt Details

München - Die Bahn hat neue Details zum zeitlichen Ablauf und zum Baustellenverkehr der zweiten Stammstrecke bekannt gegeben. Der Zeitplan wird konkreter, am Ostbahnhof drohen sieben Jahre Baustelle. 

Auf Anfrage dieser Zeitung teilte eine Bahn-Sprecherin am Donnerstag mit, die Detailplanungen liefen „derzeit auf Hochtouren“. 

Am Hauptbahnhof haben im Oktober erste Vorarbeiten begonnen: Kabel und Rohrleitungen, im Fachjargon Sparten genannt, werden verlegt, um Platz für die Baustelle zu schaffen. 

Am Marienhof ist im April 2017 der Spatenstich geplant; ab kommendem Frühjahr sollen dort die Sparten verlegt werden. 

In Haidhausen sollen die Arbeiten „nach aktuellem Stand nicht vor 2018 beginnen“, sagte die Sprecherin.

Ab 2018 seien zudem die „Hauptbaumaßnahmen“ geplant, sprich der Bau der unterirdischen Tunnelbahnhöfe am Marienhof, Hauptbahnhof und „Ostbahnhof Tief“ sowie der Tunnelröhren.

In Haidhausen wird es eng und das jahrelang

Die Haidhauser müssen mit langen Bauzeiten rechnen: Etwa sieben Jahre sind laut Bahn für den Bereich am Ostbahnhof anberaumt. In zwei großen offenen Baugruben soll dort das unterirdische Zugangsbauwerk entstehen: eine im westlichen Teil des Orleansplatzes und eine im östlichen Teil des Busbahnhofs.

Am Rande der Maximiliansanlagen, westlich der Inneren Wiener Straße bei der Sportanlage, wo eine Abzweigstelle der beiden getrennten Streckentunnel sowie ein Rettungsschacht geplant sind, beträgt die Bauzeit etwa vier Jahre. An der Pütrichstraße, Ecke Milchstraße, wo ein Notausgang bis zu 30 Meter tief gegraben werden und an der Kreuzung eine Schallschutzwand gebaut werden soll, dauern die Arbeiten etwa zweieinhalb Jahre. Mit vielen Lkws ist zu rechnen: Für größere Transporte soll die Baustelle über die Einsteinstraße, Max-Weber-Platz, Innere Wiener Straße, Stubenvoll- und Kellerstraße angefahren werden. Die Route für den normalen Baustellenverkehr führt den Planungen zufolge entlang der Rosenheimer Straße, Gasteig, Stubenvoll- und Kellerstraße. Lkw mit Erdaushub fahren über die Keller-, Steinstraße und Rosenheimer Straße.

Anwohner und Geschäftsleute sorgen sich

Westlich des Bahnhofs Leuchtenbergring, von Osten kommend am „Startpunkt“ der Tunnelröhren, entstehe eine offene Baugrube, „um die oberflächennahen Tunnelabschnitte herzustellen“, sagt die Bahn-Sprecherin. Daran werde sich eine weitere offene Baugrube beim Alten Zollgebäude am Haidenauplatz anschließen. Von dort werden sich „Tunnelvortriebsmaschinen“ in Richtung Ostbahnhof durch den Untergrund bohren. Die Bauzeit liegt dort bei etwa fünfeinhalb Jahren.

In Haidhausen sorgen sich Anwohner und Geschäftsleute wegen der geplanten zweiten S-Bahn-Stammstrecke. Die Bürgerinitiative „Haidhausen S-Bahn-Ausbau“ kämpft seit elf Jahren gegen den Ausbau. Sechs Klagen laufen allein in Haidhausen gegen das Planfeststellungsverfahren.

Anne Hund

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