+
Findet die Container „ärgerlich“: Sebastian Kriesel (CSU), Vorsitzender des Bezirksausschuss Aubing-Lochhausen-Langwied.

Lokalpolitiker sind sauer

Ärger über neuen Container-Park in Aubing

Rund 40 Lager-Container stehen seit Kurzem unterhalb der Bahnstrecke München-Eichenau am Freihamer Weg in Aubing. Lokalpolitiker stellen diese Flächennutzung infrage. Der Betreiber der privaten Lageranlage ist über die Kritik aus dem Bezirksausschuss verwundert.

München - Ärgerlich, findet das der örtlich zuständige Bezirksausschuss (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied. „Bislang war das eine kleine, begrünte Anhöhe“, sagt der BA-Vorsitzende Sebastian Kriesel (CSU). „Für die Container wurde das Erdreich abgetragen und Kies aufgeschüttet.“ Die Lokalpolitiker fragen sich, ob die Bahn, der die Fläche gehört, diese überhaupt als Gewerbefläche nutzen dürfe und ob dafür nicht ein Ausgleich geschaffen werden müsse. Das werde derzeit noch geprüft, heißt es auf Anfrage im Planungsreferat der Stadt.

Betreiber der privaten Lageranlage ist die RLS-Container GmbH. Deren Geschäftsführer Bernd Paluch ist über die Befindlichkeiten im BA ziemlich verwundert. „Die Nachfrage nach den Containern ist sehr groß, gerade in unmittelbarer Umgebung“, sagte der Unternehmer auf Anfrage unserer Zeitung. RLS betreibt noch weitere Standorte in Daglfing, Burghausen, Regensburg und Rosenheim. „Der Wohnraum wird immer knapper. Da bieten die Container einen Ersatz für Tiefgarage oder Keller“, erklärt Paluch das Angebot. Rund 32 Kubikmeter Platz hat einer der 40 Container, die gegenüber dem Aubinger Friedhof stehen. „Wir haben bislang keinerlei Beschwerden gehört“, wunderte sich Paluch. „Im Gegenteil. Seid wir dort sind, ist das eine saubere Sache.“ Vorher sei der Platz teils eher eine Müllhalde gewesen. Auch Schrottautos seien dort abgestellt worden.

Aus diesem Grund habe man die Fläche „einer geordneten Nutzung zugeführt“, bestätigt auch ein Sprecher der Bahn. Der Mieter kümmere sich um die Bewirtschaftung und Sauberkeit und habe die Fläche wieder aufbereitet. Die Vermietung sei ausdrücklich zulässig, hieß es auf Anfrage unserer Zeitung. Für eine gegebenenfalls erforderliche behördliche Nutzungsgenehmigung und eine etwaige Baugenehmigung sei der Mieter zuständig.

Zur Dauer des Container-Standorts wollte sich die Bahn nicht äußern. Fest stehe nur, dass der Platz als sogenannte Vorhaltefläche für den geplanten dreigleisigen Ausbau der Strecke Pasing-Eichenau vorgesehen sei. Im Zuge dessen werde auch der Bahnhof Aubing modernisiert und barrierefrei ausgebaut. „Zurzeit laufen die Vorplanungen der Bahn, die nicht zuletzt wegen der Finanzierung mit dem Freistaat Bayern abgestimmt werden“, so der Sprecher.

Wenn er die Möglichkeit bekomme, werde er das Container-Angebot gerne noch ausweiten, meinte RLS-Geschäftsführer Paluch. Auch aus einem anderen Grund versteht er die Aufregung nicht: „Vorher haben oft Leute über die Gleise zum Bahnhof abgekürzt. Jetzt muss man über den Bahnübergang gehen – diese Gefahrenquelle ist durch unsere Anlage jetzt eliminiert.“ 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Wiesn-Madl von 2016 im Ehe-Glück
Durch den Wettbewerb tz-Wiesn-Madl fanden sie zusammen - jetzt hat Giuliana, die Gewinnerin von 2016, ihren Tobias geheiratet. 
Das Wiesn-Madl von 2016 im Ehe-Glück
Per Mausklick zum Rausch
Hubert Halemba ist Vize-Chef im Münchner Rauschgift-Dezernat. Die Frage der Legalisierung ist für ihn nur ein kleiner Teil des Problems. Größere Sorge bereiten Halemba …
Per Mausklick zum Rausch
Gestüts-Pläne: Unternehmer plant spektakulären Reitstall
Das einst imposante Gestüt Ludwigsfeld liegt seit Jahrzehnten brach. Nun will ein Münchner Unternehmer dort eine spektakuläre Reitstall-Anlage errichten. Teils sollen …
Gestüts-Pläne: Unternehmer plant spektakulären Reitstall
Circus Roncalli kommt nach München - und wir verraten, wohin
Manege frei für den Circus Roncalli in München! Ab 7. Oktober gastiert der Circus Roncalli mit seiner Jubiläumsshow auf dem Areal des Kreativquartiers. 
Circus Roncalli kommt nach München - und wir verraten, wohin

Kommentare