25.000 Menschen sollen in Freiham leben. 

Podiumsdiskussion

Diskussion mit der Stadtbaurätin: Wie wird Freiham lebenswert?

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Auf einer Podiumsdiskussion zum neuen Stadtteil Freiham erklärt Stadtbaurätin Elisabeth Merk, warum sie sich dort genossenschaftliche Wohnmodelle wünscht.

München - München boomt. Aber wie wird eine neue Wohnsiedlung in der Größenordnung von Freiham, in der einmal 25.000 Menschen leben und rund 7300 Arbeitsplätze geschaffen werden, auch lebenswert? Dazu braucht es einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr, Freiräume für die eigene Lebensgestaltung und gemeinschaftliche Treffpunkte, so das Ergebnis einer Podiumsdiskussion, zu der die CSU im Stadtbezirk eingeladen hatte.

Im Münchner Westen wird derzeit so viel gebaut wie in keinem anderen Stadtbezirk. Das größte Projekt ist Freiham mit dem bereits bestehenden Gewerbegebiet südlich der Bodenseestraße und der künftigen Wohnsiedlung mit Bildungscampus, Quartierszentrum und Landschaftspark nördlich davon. Jahre der Detailplanungen stehen hier bevor: „Wir müssen bewusst Freiräume schaffen“, sagte Stadtbaurätin Elisabeth Merk auf dem Podium in Freiham Süd. Eine Stadt oder ein Stadtteil werde nur dann lebenswert, wenn die Bewohner ihre eigenen Vorstellungen mit ihrem Wohnort verknüpfen könnten. Dazu beitragen könnten zum Beispiel genossenschaftliche Wohnmodelle mit Begegnungsstätten, Quartiersplätzen und Betreuungsangeboten. „Solchen Modellen, die gerade eine Renaissance erleben, sollten wir großen Raum geben.“ Man brauche außerdem „ein offenes Stadtteilzentrum“, das auch für ältere Bewohner zu Fuß erreichbar sei.

Ebenso wichtig sei es, Neubaugebiete mit den bestehenden zu vernetzen. Dies zu erreichen, sei Aufgabe der Verkehrsplanung. Hätte man jetzt schon die U-Bahn, „wären wir dankbar“, meinte die Leiterin des Referats für Stadtplanung und Bauordnung. Bislang ist nur ein Tram geplant. „Und Ihre Vision für Freiham?“, wollte Moderator und Bezirksausschuss-Vorsitzender Sebastian Kriesel (CSU) wissen. „Viel Kunst am Bau“, so der Wunsch Merks.

Sehr weit oben auf der Wunschliste von Podiumsteilnehmer Christian Hörmann von der Stadtentwicklungs-Agentur Cima stehen die Radwege. Möglichst durchgehend von Nord nach Süd und vorbei an geselligen Treffpunkten wie einem Biergarten oder einem Wochenmarkt. „Ich hätte mir gewünscht, von diesem Angebot in Freiham zu lesen“, meinte der vierfache Familienvater. Generell befänden sich die Städte in einem Umbruch. Da der Online-Einkauf zunehme, sei die Stadt als Handelstreffpunkt nicht mehr so interessant wie früher. Hörmann: „Kulturelle und gemeinschaftliche Erlebnisse werden deshalb wichtiger.“

Eine U-Bahn-Station für Freiham ist die Vision, die der Dritte auf dem Podium, CSU-Stadtrat Johann Sauerer, wie aus der Pistole geschossen fordert. „Ohne U-Bahn wird der Stadtteil nicht funktionieren.“ Die Bodenseestraße als eine der Hauptzufahrtsstraßen sei jetzt schon überlastet. Und mit dem Ausbau der A99 werde nur die Spitze des Eisbergs abgefedert. Sauerer: „Wir müssen die Menschen dazu bringen, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.“ Das könne die geplante Straßenbahn nicht leisten.

Gut Freiham: Das alte Dorf im neuen Stadtteil

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