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Der Blick durch die Brille macht die Dimensionen der geplanten Gebäude in Freiham erfahrbar, ohne das aktuelle Umfeld dabei auszublenden. 

Bürger sollen bessere Vorstellung bekommen

Blick in Freihams Zukunft: Hightech-Brille zeigt Gebäude in neuer Dimension

Wo der neue Stadtteil Freiham entstehen soll, ragen derzeit einzelne Gebäude zwischen Kränen, Baggern, Bauschutt und Brachland empor. Sie lassen nur erahnen, wie das derzeit wohl größte Wohnbauprojekt in Deutschland einmal aussehen soll. 

Der Blick durch eine Brille soll das ändern – und die Dimensionen des Projekts erfahrbar machen.

Das Stichwort lautet: Augmented Reality. Die Firma Holo-Light hat die Brillen speziell für die Stadt und das Neubauquartier im Münchner Westen entwickelt. Wer auf dem Aussichtsturm durch die Hightech-Brille blickt, sieht blau-gelbe Blöcke, die die Wohnhäuser darstellen sollen. Die Hologramme schimmern aber noch ziemlich schemenhaft durch den Baustellenschutt – als könnten sie sich nicht so recht durchsetzen. Das wird sich ändern. „Je mehr Daten wir über das Bauvorhaben bekommen, desto detaillierter werden die Visualisierungen“, erklärt Luis Bollinger von der Firma Holo-Light. Der Blick durch die Brille ist derzeit noch exklusiv – für Vertreter der Stadt. Ihnen soll der Blick die Arbeit erleichtern und die Dimensionen des Projekts anschaulicher machen.

Brillentester: Kommunalreferentin Kristina Frank und Bürgermeister Manuel Pretzl.

Gestern haben Bürgermeister Manuel Pretzl und Kommunalreferentin Kristina Frank (beide CSU) die Brillen getestet. Langfristig sollen sich aber auch Bürger mithilfe der Brille eine bessere Vorstellung von neuen Bauvorhaben machen können – und dann auch bei Beiteiligungsverfahren mitreden. „Für den Hauptbahnhof etwa könnte ich mir das vorstellen“, sagt Bollinger. Zudem soll das Konzept eine Möglichkeit für Planer bieten, Bauvorhaben exakter zu strukturieren. „Viele Planungen sehen auf dem Papier erst mal gut aus, wenn man sie in der Realität sieht, merkt man erst, dass etwas nicht funktioniert“, sagt Bollinger. Schlecht, wenn das Gebäude schon im Bau ist. Ein Hologramm lässt sich schneller umplanen. Mittels einer App in der Brille lassen sich Stockwerke zu einem Gebäude hinzufügen oder entfernen, um zu sehen, welche Folgen das für das Gesamtbild hat. Die Baustelle wird dabei nie ganz ausgeblendet. Das ist wohl der wichtigste Unterschied zwischen Augmented und Virtual-Reality. Während man bei der virtuellen Realität in eine andere Welt eintaucht, ist Augmented Reality eine Erweiterung der realen Welt.

Der Stadtteil Freiham soll auf 350 Hektar 1Fläche Platz für 25 000 Einwohner bieten.

LYDIA WÜNSCH

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