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Das Gut Freiham soll in spätestens fünf Jahren komplett renoviert sein.

„Ein Stück Heimat bewahren“

Gut Freiham: Das passiert mit dem denkmalgeschützten Ensemble

Augustiner und die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung haben die Pläne für das Gut Freiham konkretisiert. Bis spätestens 2023 soll das Ensemble in neuem Glanz erscheinen.

München - Wer an den alten Gebäuden des Guts Freiham entlanggeht, der kann zwei Dinge mit eigenen Augen sehen: Potenzial und viel Arbeit. Die Augustiner Brauerei und die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, welchen das Gut seit rund vier Jahren gehört, haben sich dieser Herausforderung angenommen. „Wir wollen hier das Dorf des 19. Jahrhunderts wieder aufleben lassen“, sagt Catherine Demeter, erster Vorstand der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung.

Es soll ein Ort der Erholung für die ganze Familie werden. Dafür werden auf dem Gelände des Gutes drei Spielplätze entstehen: Einer für Kleinkinder im bedienten Bereich des Gasthauses, einer für die Großen hinter der Fassfabrik mit handgearbeiteten Holzgeräten und ca. 1500 Quadratmetern Grundfläche, sowie ein Indoorspielplatz für schlechtes Wetter. „Es soll ein Wochenendziel werden für Familien, in dem jeder das findet, was ihm Freude macht“, sagt Demeter.

Bis es soweit ist, wird jedoch noch ein wenig Zeit vergehen. Denn es kann nicht an allen Gebäuden gleichzeitig gearbeitet werden. Spätestens in fünf Jahren sollen die Bauarbeiten jedoch abgeschlossen sein. Bereits fertig ist die Kirche, die 2016 mit neuer Orgel wieder in Betrieb genommen werden konnte.

Augustiner und die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung haben sich gemeinsam mit der Landeshauptstadt München ein großes Projekt vorgenommen, von welchem alle Seiten komplett überzeugt sind. Auch das Landratsamt für Denkmalschutz ist von der Zusammenarbeit begeistert. „Selten hören Investoren so sehr auf den Denkmalschutz wie hier“, lobt Generalkonservator Mathias Pfeil. Für ihn funktioniert so das „gelebte Denkmal“: nicht nur erhalten, sondern eben auch mit Leben fühlen. „Hier wird ein Stück Heimat bewahrt.“

Viel soll entstehen auf dem rund zwei Hektar großen Grundstück. Ein gemütlicher Dorfgasthof mit angeschlossenem Biergarten, in den ehemaligen Bullenställen Veranstaltungsräume sowie ein Bier- und Oktoberfestmuseum. Im alten Pferdestall sollen zukünftig die Brauereirösser untergebracht werden. Auch die alte Schnapsbrennerei wird wieder in Betrieb genommen. Hierfür wurden bereits die ersten Obstbäume gepflanzt. Ebenso werden verschiedene Handwerksbetriebe auf dem Gelände ihren Platz einnehmen.

Handwerk mit Tradition: Peter und Wilhelm Schmid ziehen mit ihrer Fassmanufaktur auf das Gut.

Zu ihnen gehören auch Wilhelm und Peter Schmid. Vater und Sohn stellen in ihrer Fassmanufaktur Eichenfässer noch per Hand her und werden im renovierten Gut eine Werkstatt beziehen. „Ich kann mir vorstellen, dass hier eine richtige Dorfgemeinschaft entstehen wird“, sagt Peter Schmid. „Und Besucher können einen Einblick in unser Handwerk bekommen.“ Durch ein großes Fenster wird man ihm und seinem Vater beim Arbeiten zuschauen können.

„Für Freiham ist das Projekt ein Glücksfall“, sagt Stefan Diemling vom Kommunalreferat. Über die genauen Pläne und die Geschichte des Gutes informiert die nächsten drei Monate eine Informationshütte auf dem Gelände.

Lisa-Marie Birnbeck

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