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Sanierungspläne: Wie Gut Freiham aussehen soll

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    Sascha Karowski
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München - Zurück zum Dorf: Die neuen Besitzer von Gut Freiham haben ihre Sanierungspläne vorgestellt.

Alles auf Anfang. Das Gut Freiham hat in den vergangenen Jahren eine bewegte Geschichte erlebt. Diverse Besitzer wollten die fast 900 Jahre alte Schwaige in jüngster Zeit ausbauen, umbauen oder gleich ganz neu bauen. Jetzt haben die aktuellen Eigentümer ihre Pläne vorgestellt: Demnach soll das Gut Freiham wieder zu einem historischen Kleinod werden …

Das haben die Besitzer – die Haberland-Wagner-Stiftung und die mit ihr verbandelte Augustiner-Bräu Wagner KG, nun bekanntgegeben. „Wir wollen ein Dorf des 21. Jahrhunderts schaffen“, sagt Catherine Demeter, Vorsitzende der Stiftung. Es soll ein lebendiges Dorf werden und kein statisches Freilichtmuseum. „Schöner, als es einmal war.“ Eine Oase für die Münchner – vor allem für die einmal 20.000 Menschen im neuen Stadtteil Freiham im Münchner Westen.

Das Gut wird im Norden von der Bahnlinie und im Westen von der Autobahn A 99 umschlossen, im Osten kommen ihm die Ausläufer des neuen Stadtteils immer näher. Umso wichtiger ist es der Stiftung, dass der Dorfcharakter erhalten bleibt.

Wenn alles so kommt wie geplant, soll das Gut ein Ausflugsziel werden, leicht erreichbar mit dem Radl oder mit der S-Bahn. Auf keinen Fall aber soll ein Vergnügungspark nach Art eines bajuwarischen Disney-Lands entstehen. Die neuen Besitzer bezeichnen ihre Vision vom Gut als „unverfälscht, authentisch und nachhaltig“. Traditionelle Handwerker sollen hier einziehen und arbeiten. Zum Beispiel soll im sanierten ehemaligen Kuhstall eine Holzfassmanufaktur einziehen: Hier können die Besucher sehen, wie die Schäffler einstmals die Fässer füs Bier anfertigten.

Beim Bezirksausschuss (BA) 22, der für Freiham zuständig ist, sieht man die Pläne mit Wohlwollen. „Ich finde es auf alle Fälle großartig, was hier investiert wird und was man für Nutzungen bei dem Gut vorhat“, sagt Sebastian Kriesel, Vorsitzender des BA, zur tz. Einen konkreten Zeitplan haben die neuen Besitzer noch nicht vorgelegt.

1. Schloss aus dem 17. Jahrhundert

Erbaut hat es Achilles von ­Hermannsreuth im Jahr 1680. Später wurde es der Sitz der Grafen von Yrsch, im Jahr 1887 kaufte es die Familie Maffei. Seit 2008 gehört das Schloss, dem US-Milliardär Rax ­Maughan. Er ließ es in den ­Jahren 2009 und 2010 aufwändig und stilgerecht renovieren, nutzt das Gebäude als nationale Niederlassung seiner Kosmetikfirma Forever Living Products. Zudem finden dort auch öffentlich zugängliche Konzerte statt.

2. Fasslagerhalle und Museum

Das künftig auf dem Gut gebraute Bier muss natürlich stilgerecht gelagert und transportiert werden. Die Holzfässer sowie die Kutschen, die Bierwagen und die Prachtgeschirre für die Pferde sollen in dieser alten Lagerhalle untergebracht werden. Dieser ursprünglich nicht ganz optimal errichtete Schuppen erhält eine moderne Stützkonstruktion.

3. Pferdestall

Nach der Renovierung sollen in diesem Gebäude, das direkt neben der Kirche liegt, einmal die sechs bis acht Brauereirösser einziehen, die vor die Bierwagen gespannt werden. Die Stiftung wird speziell für diese Aufgabe trainierte Kaltblutpferde der Rasse Percheron anschaffen.

4. Die Kirche Heilig Kreuz

Von drei Seiten ist die Heilig-Kreuz-Kirche vom Friedhof umgeben, auf dem die ältesten Grabsteine aus dem 17. Jahrhundert datieren. Erstmals wurde das Gotteshaus im Jahr 1315 urkundlich erwähnt. Nach der Renovierung soll die restaurierte Orgel erklingen und die verlorene dritte Glocke im Turm wieder schlagen. 

5. Gastronomie, Biergarten und Museum

Das zentrale Gebäude wird die Wirtschaft mit Selbstbedienungs-Biergarten, die in dem ehemaligen Bullenstall und dem zugehörigen Innenhof entstehen soll. Ein großer Festsaal soll eingerichtet werden, außerdem wird es im Dachbereich ein Museum geben.

6. Die Holzfass-Manufaktur

Traditionelles Handwerk wird im neuen Gut Freiham groß geschrieben. Der ehemalige Kuhstall wird zu einer Holzfassmanufaktur umgebaut. Dort können Besucher den Schäfflern bei ihrem traditionellen Handwerk zuschauen und erleben, wie die Holzfässer für die hauseigene Brauerei gemacht werden. „Hier kann man zeigen und miterleben, wie es früher auf einem Dorf zuging“, sagt Catherine Demeter von der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung.

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