„Das Ergebnis wirkt konstruiert“

U-Bahn oder Tram nach Freiham? Bezirksausschuss kritisiert Gutachten

Die Streitfrage, wie Freiham erschlossen werden soll, ist mit der kürzlich veröffentlichten Untersuchung anscheinend nicht beigelegt. Der Bezirksausschuss nimmt nun dieses Gutachten ins Visier.

München - Der Prognosezeitraum sei zu kurz, die Basisgrößen seien nicht plausibel, kritisiert der Bezirksausschuss Aubing-Lochhausen-Langwied (BA) die kürzlich veröffentlichte Untersuchung zum Systemvergleich U-Bahn oder Tram nach Freiham. Nun hat das Bürgergremium zu der von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebenen Studie nochmals ausführlich Stellung genommen. So basieren laut den Lokalpolitikern zum Beispiel die Kostensätze, die für die jeweilige Variante ermittelt worden seien, auf unterschiedlichen Basisdaten. „Eine Vergleichbarkeit ist nicht gegeben“, sagt BA-Mitglied Jürgen Schrader (CSU).

Wie bereits berichtet, kommt die Untersuchung, die das Unternehmen Intraplan erstellt hat, zu dem Ergebnis, dass die Gesamtinvestitionen einschließlich Planungskosten bei der U-Bahn mit knapp 485 Millionen Euro fast neunmal so hoch sind wie die errechneten 53 Millionen für eine Tramlinie nach Freiham. Natürlich sei die U-Bahn teurer, aber eben auch wesentlich leistungsfähiger, so das wiederholte Fazit im BA. Gar nicht berücksichtigt seien zudem die Nachteile, die eine Straßenbahn mit sich bringe. Das reiche von Lärmbelästigung über den Wegfall von Parkplätzen bis hin zur geringeren Betriebsstabilität gegenüber der U-Bahn, zählt das Bürgergremium auf. Ganz vergessen worden sei außerdem, dass die U-Bahn auch über die Stadtgrenze hinaus von Germering (Kreis Fürstenfeldbruck) gefordert werde. „Wir haben großen Zweifel an der Berechnung“, so Schrader. „Das Ergebnis wirkt konstruiert.“ Im BA fordert man die leistungsstärkere, schnellere U-Bahn in Verbindung mit einer Quartierserschließung durch ein engmaschiges Busnetz. „Wir hoffen, dass wir damit Erfolg haben“, sagt der Vorsitzende Sebastian Kriesel (CSU) zu der Stellungnahme, die nun der Stadtratsvorlage hinzugefügt werden soll.

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mwh

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