Brüsseler Gericht spricht Islamisten Abdeslam des Mordversuchs schuldig

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Anwohner in Berg am Laim fürchten eine hohe und dichte Bebauung vor ihrer Haustüre.

Rund 750 Wohnungen geplant

„Bitte kein zweites Neuperlach“: Anwohner laufen Sturm gegen Neubau-Projekt

Rund 150 Anwohner haben bei einer Bürgerbeteiligung in Berg am Laim ihrer Sorge Ausdruck verliehen. Stein des Anstoßes: Ein ambitioniertes Neubauprojekt.

Berg am Laim - Die Angst geht um in Berg am Laim. Bei vielen Bürgern. Sie fürchten eine hohe und dichte Bebauung auf dem heutigen Acker und Sportplatz an der Truderinger Straße 58. Das wurde bei der Bürgerbeteiligung am Mittwochabend deutlich. Rund 750 neue Wohnungen sollen auf dem Areal entstehen. Also Schluss mit Grün? Für immer?

„Bitte kein zweites Neuperlach! Keine neue Messestadt Riem, kein Baumkirchen-Mitte.“ Mit diesen Worten flehten die Anwohner regelrecht um ihr freies Fleckerl. Rund 150 Nachbarn des geplanten Neubaugebiets waren zur Bürgerbeteiligung gekommen, um Stadt und Bauherren ihre Anregungen – vor allem aber ihre Sorgen mitzuteilen. Keine Betonbunker oder Riegelbauten, maximal vier bis fünf Stockwerke und viel Grün lauten die Wünsche.

Planungsreferat: „Wohnraummangel verdient Antwort“

Die Umsetzung könnte schwierig werden. Eva Regensburger vom Planungsreferat erklärte vorsorglich, dass „heute dichter entwickelt wird als vor 20 oder 30 Jahren“. Die Situation in München sei heute anders, „der Wohnraummangel verdient auch eine Antwort“. Der Wunsch nach Grün wird jedoch erfüllt. Denn nicht das ganze 8,3 Hektar große Grundstück wird bebaut. Die Öko-Fläche im Nordwesten bleibt, außerdem werde etwa die Hälfte des Fußballplatzes, ein Streifen entlang der Roßsteinstraße sowie ein breiter Querriegel an der Grundstücksgrenze Richtung Hansjakobstraße als Grünzug bzw. zur Offenlegung des Hachinger Bachs verwendet.

Rund 750 Wohnungen sollen auf dem Areal entstehen.

Den Rest hat Eigentümer Walther Rothenfußer zur Hälfte an die Büschl-Unternehmensgruppe verkauft, die die Entwicklung für das Areal übernommen hat. „Das ist seit über 150 Jahren Familienbesitz und bleibt auch in der Familie.“ Rothenfußer verfolgt den Gedanken der Borstei für die Bebauung. Wie das optisch aussehen könnte, wird der städtebauliche Wettbewerb ergeben, der im Februar startet. Bislang gibt es nur die Entwürfe einer Machbarkeitsstudie. Auch wie hoch die Gebäude werden sollen, steht noch nicht fest.

Verkehr soll drastisch zunehmen

Klar ist nur: Es wird keine Straße ins Gebiet führen. Der Verkehr wird hauptsächlich über die Truderinger Straße abgewickelt, auch die Tiefgaragenzufahrten werden hier angeordnet. Die Stadt rechnet mit täglich etwa 2300 Fahrten mehr. „Spürbar, aber machbar“, sagte Regensburger. Spöttisches Gelächter im Publikum. „Das sind 25 Prozent mehr als jetzt“, schimpfte ein Anwohner. Auf der Truderinger Straße stehe man schon heute in ewig langen Staus. Rad- und Fußwegverbindungen sollen so optimiert werden, dass man gar nicht erst das Auto nimmt, kündigte Regensburger an.

Auch an einem geplanten Neubau am Elisabethmarkt hatte sich zuletzt heftige Kritik entzündet.

Was die 13 geladenen Architekturbüros aus dem Ergebnis der Bürgerbeteiligung machen, wird man am 27. April sehen, wenn der Wettbewerb entschieden ist.

Das sagen die Anwohner:

Verkehr wird zu viel

Ich sehe die Notwendigkeit für günstigen neuen Wohnraum. Wenn nur hochpreisige Eigentumswohnungen gebaut würden, dann wäre das ein Problem. Was mir wirklich Angst macht, wäre eine zu hohe Bebauung, die zum bestehenden Wohnviertel wie eine Wand wirkt. Der Verkehr muss dringend nochmal überarbeitet werden. Ich befürchte auch, dass die geplante Kneippanlage am Hachinger Bach zum Treffpunkt mit Problemen wird. Sigrid Palta

Brauchen Platz

Wir brauchen dringend Wohnprojekte für Großfamilien mit mehr als fünf Kindern. In München gibt es keine Möglichkeiten passende Wohnungen dafür zu finden. Wir sind mehrere Familien aus Berg am Laim mit vielen Kindern, die sich zusammengeschlossen haben, und für dieses Anliegen zu werben. Wäre schön, wenn hier für solche Wohnungen mit mehr Zimmern Platz wäre.Benedikt Neuhoff


Es passt hier nicht

Ich befürchte, dass die Bebauung ähnlich wie in Baumkirchen-Mitte wird. Und ich finde, das passt nicht in unser Viertel. Da steht eine Siedlung mit Einfamilien- und Reihenhäusern. Es wäre eine Katastrophe, da hohe Gebäude dazuzusetzen. Große Sorgen bereitet mir auch der künftige Verkehr in den Anwohnerstraßen. Positiv finde ich den Grünstreifen mit dem Hachinger Bach – das tröstet ein bisschen. Juliane von Krause

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Berg am Laim - mein Viertel“.

Carmen Ick-Dietl

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