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„Künstlerische und städtebauliche Bedeutung“ misst das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege dem Hochbau der ehemaligen Bundesmonopolverwaltung in Berg am Laim bei.

Hochbau mit geschichtlicher Bedeutung 

Der Schnapsbunker ist ein Denkmal

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) will die ehemalige Bundesmonopolverwaltung für Branntwein in Berg am Laim unter Denkmalschutz stellen.

Eine entsprechende Überprüfung des alten Firmengeländes an der Neumarkter Straße 1 ergab: Es handelt sich hier um ein Baudenkmal, dessen Erhaltung im Interesse der Allgemeinheit liegt. Der Bezirksausschuss Berg am Laim (BA 14) hatte selbst auf eine eventuelle Denkmalwürdigkeit der einstigen Schnaps-Destille hingewiesen. Allerdings dachten die Stadtteilpolitiker da eher an die schönen alten Verwaltungsgebäude. Das Landesamt hingegen will das Fabrikations- und Werkstattgebäude in die Denkmalliste aufnehmen.

Der turmartige Hochbau in Betonbauweise mit seinen abgerundeten Ecken und der gläsernen Vorhangfassade sowie der zweigeschossige Nebenflügel habe geschichtliche, künstlerische und städtebauliche Bedeutung, so das Landesamt. Der Bau sei ein seltenes Beispiel für die Architektur der 1970er-Jahre, insbesondere unter den Industriebauten aus dieser Zeit. Darüber hinaus zeige er eine hohe handwerkliche Qualität und habe herausragende Bedeutung im Werk der Münchner Architekten Helga und Adolf Schnierle, die unter anderem das Ludwigs- und das Erasmus-Grasser-Gymnasium sowie einige Kirchenzentren gebaut haben. Außerdem sei die mehr als 25 Meter hohe Gebäudesilhouette neben den Bahngleisen am Leuchtenbergring ein Signal mit Fernwirkung. Denkmalwürdig ist allein der Bau. Die technischen Einrichtungen, die Destillieranlage, der Dachaufbau für die Ventilatoren und die sechs Tanklager neben dem Gebäude besitzen keine Denkmaleigenschaft.

Bis zum 15. April kann die Stadt sich nun äußern. Das Landesamt prüft, ob und inwieweit hierdurch die vorliegende Denkmaleigenschaft berührt wird. Einwendungen gegen die Folgen der Denkmaleigenschaft sind erst später dran. Dann werden das Erhaltungsinteresse der Allgemeinheit und andere öffentliche oder private Belange gegeneinander abgewogen. Das träfe die Pläne der Stadt zur Bebauung des 14 500 Quadratmeter großen Grundstücks. Auf dem Gelände sollen eine Berufsschule für Mediendesign, eventuell noch Kindertagesstätten und andere Infrastruktureinrichtungen entstehen. Im Bezirksausschuss fragt man sich, wie das neue Denkmal dort hineinpassen könnte. Auf keinen Fall dürfe am Ende ein denkmalgeschütztes Gebäude nur einfach leer dastehen.

Carmen Ick-Dietl

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