Viel Gegenwind im Bezirksausschuss

“Touri-Gag“ oder bahnbrechende Vision? SPD-Plan im Werksviertel erhitzt die Gemüter

Die Berg-am-Laimer SPD ist mit ihrer Idee für eine Seilbahn-Verbindung zwischen dem Ostbahnhof und dem Werksviertel im örtlichen Bezirksausschuss durchgefallen.

München - Hanno Schombacher (SPD) hatte eine Gondelbahn über die Bahngleise als attraktive Verbindung zum neuen Konzertsaal ins Spiel gebracht. Neben infrastrukturellen Vorteilen hält er eine solche Linie auch für eine interessante touristische Attraktion. Zudem wäre ein Ausbau der Strecke, zum Beispiel zum Gasteig oder zum Deutschen Museum eine interessante Variante.

Im Bezirksausschuss Berg am Laim (BA) fragte man viele Details ab. Wie hoch sollen die Seile laufen, wie würden die Anbindungen an den bestehenden Nahverkehr aussehen, wie viele Sitze sollen die Gondeln haben, welche Auswirkungen hätte es auf den Orleansplatz? Und würde es vielleicht mit dem CSU-Vorschlag für eine belebte Brücke mit Läden, Cafés und Tanzlokalen kollidieren?

Vernichtendes Urteil: „Ein ziemlicher Schmarrn“

Der verkehrliche Nutzen der Seilbahn sei eher nicht erkennbar, monierte CSU-Sprecher Fabian Ewald. „Das ist eher ein Touri-Gag.“ Dafür sei jedoch der Ausblick auf Gleise und Züge nicht besonders attraktiv. Außerdem sei die Idee offensichtlich nicht mit den Nachbarn in Haidhausen abgestimmt. „Ein ziemlicher Schmarrn“, so das vernichtende Urteil. München habe andere dringende Infrastrukturprobleme, da müsse man sich an dieser Stelle nicht mit sowas beschäftigen, fand Sebastian Zajonz (FDP). 

Kopfschütteln auch bei den Grünen. „Eine witzige Idee, aber ziemlich unrealistisch“, findet Brigitte Schulz. Es gehe hier um eine Bereicherung für das Viertel, fand man hingegen bei der SPD. „Jede Diskussion, die auf den Handlungsbedarf bei der Verbindung zum Werksviertel hinweist, ist hilfreich. Dabei sei auch innovatives Denken gefragt, versuchte BA-Chef Robert Kulzer (SPD) vergeblich die Ablehnung zu verhindern.

Diese Gondel-Verbindung würde sich die SPD wünschen – und ist damit bisher allein.

SPD will die Vision weiterverfolgen

Gegen die Stimmen von CSU, FDP und Grünen wurde der SPD-Vorschlag mit 12 zu 7 Stimmen abgelehnt.

Doch die SPD will nicht lockerlassen und die Vision einer Seilbahn für München weiterverfolgen. „Das Echo bei uns ist eindeutig, die Münchner wünschen sich eine Seilbahn“, sagte Antragsteller Hanno Schombacher. Sie wäre eine Attraktion, die München sicher bereichern würde. Und zudem viel attraktiver als hässliche Unterführungen, ergänzte SPD-Landtagskandidat Mike Malm.

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Rubriklistenbild: © Sigi Jantz

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