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Die Schulbau-Ruine in Berg am Laim sieht der griechische Staat mittlerweile als sein Hoheitsgebiet an.

OB Reiter will Streit beilegen

Geister-Schule in Berg am Laim: Kompromiss um Bauruine?

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will den Streit um die griechische Schule in Berg am Laim offenbar beilegen. Sein Vorschlag: Stadt und Griechen nutzen das Grundstück gemeinsam. Im Bezirksausschuss ist man nicht begeistert.

München - Man befinde sich aktuell in Gesprächen mit Vertretern des griechischen Staates, um eine gemeinsame Lösung für die Bauruine der griechischen Schule zu finden, heißt es aus dem OB-Büro. „Vom weiteren Verlauf dieser Gespräche wird es auch abhängig sein, ob gegebenenfalls eine gemeinsame Nutzung des Grundstücks durch das Michaeli-Gymnasium und die ursprünglich geplante griechische Grund- und Teilhauptschule möglich ist.“ Konkret soll nun wohl doch kein weiteres Münchner Gymnasium entstehen, sondern nur eine Erweiterung des benachbarten Michaeli-Gymnasiums. Daneben soll die griechische Schule Platz finden.

Diese Idee wurde schon im Herbst bei einem Gespräch der Griechen mit Oberbürgermeister Reiter diskutiert. Das Angebot sei „gut, aber nicht sehr gut“, erklärt der Rechtsvertreter der Griechen, der Münchner Anwalt Stavros Kostantinidis. Die Offerte liege nun bei der griechischen Regierung zur Prüfung, noch gebe es hierzu keine Äußerung. Man sei jedoch sehr an einem friedlichen Ausgang des Verfahrens interessiert, versichert Kostantinidis.

Doppelnutzung nur unter einer Bedingung möglich

„Der Teufel liegt im Detail“, sagt er. Denn die Doppelnutzung wäre nur möglich, wenn der heutige Rohbau abgerissen würde. Was aufgrund der erdbebensicheren Bauart mit immensen Kosten verbunden wäre. Auch die Regelung über eine Erbpacht für das Grundstück müsse bedacht werden. „Es ist zu früh, das zu bewerten“, so der Anwalt, „aber man ist auf einem guten Weg.“ Eine Abrissbirne würden die Griechen nur sehr ungern sehen. Lieber soll der Rohbau so schnell wie möglich fertiggestellt werden. „Da wurden ja bereits ein paar Millionen reingesteckt.“

Bei dem Streit geht es nicht nur um die rechtliche Seite. Die Griechen zitieren das Völkerrecht und sehen den unvollendeten Bau als ihr Hoheitsgebiet an, obwohl das Grundstück inzwischen wieder der Stadt gehört. Mittlerweile hat das Ganze aber auch politische Brisanz. Selbst das Auswärtige Amt ist an einer gütlichen Lösung in München interessiert. Der Bundespräsident persönlich hat dies den OB wissen lassen. „Die Griechen machen einen Riesenterz in Berlin, Brüssel und überall“, erklärt Robert Kulzer (SPD), Chef von Berg am Laims Bezirksausschuss (BA). Die Stadt wolle einen Eklat vermeiden. Infos habe man nur vom Hörensagen.

„Wir wollen offiziell wissen, was da läuft“, fordert Fabian Ewald, CSU-Sprecher im BA. Schließlich habe es Auswirkungen auf den Stadtbezirk. „Würde dann das geplante Haus für Kinder entfallen und wäre das Michaeli-Gymnasium bei Vergrößerung noch handhabbar?“ Vor Ort pocht man auf den geltenden Stadtratsbeschluss ohne griechische Schule. Tragbar sei höchstens, dass die Griechen den Abriss nicht selbst bezahlen müssten, findet Alexander Friedrich (SPD).

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite Berg am Laim – mein Viertel.

Carmen Ick-Dietl

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