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Elektroautos benötigen Ladestationen. 

Elektroautos

Parkplatz statt Ladestationen: Was hat Vorrang?

Die Stadt München will die Zahl der Ladestationen ausbauen. In Berg am Laim  stößt dieses Vorhaben nun auf ganz praktische Probleme. 

München - Es ist die klassische Henne-oder-Ei-Frage: Was kommt bei der Elektromobilität zuerst – die passende Tankstelle oder das entsprechende Fahrzeug? Der Münchner Stadtrat will mit mehr Ladestationen in Vorleistung gehen und so einen weiteren Schritt in Sachen E-Mobilität tun. Bis Ende 2017 sollen zu den bereits vorhandenen rund 50 Ladestationen weitere 100 Säulen hinzukommen. Um den Bürgern die Entscheidung für ein Elektroauto zu erleichtern, soll eine möglichst flächendeckende öffentliche Ladeinfrastruktur in München aufgebaut werden. Denn was nutzt das E-Auto, wenn einem auf halber Strecke der Saft ausgeht? 2018 sollen weitere 33 Ladesäulen sowie zehn Multicharger mit Schnellladefunktion hinzukommen. So weit die Theorie.

Im jüngsten Berg am Laimer Bezirksausschuss folgte nun die Praxis mit den Vorschlägen der Stadtwerke München (SWM) zu Standorten für neue E-Ladesäulen im Viertel. Darunter auch zwei Stationen an der Baumkirchner Straße 4-6. Derzeit parken hier Kunden der Sparkasse und diverser Läden auf zeitbegrenzten Kurzparkplätzen. Vier davon sollen umgerüstet werden. Allerdings dürften danach nur noch E-Autofahrer exklusiv diese Parkplätze nutzen.

Genau dies ist einigen Stadtteilpolitikern ein Dorn im Auge. Denn angesichts der noch wenigen E-Fahrzeuge würden die Parkplätze sicher auch über längere Zeiträume leer stehen. Und dies ausgerechnet im Berg am Laimer Ortszentrum, wo die Geschäftsleute auf jeden Kunden angewiesen sind. Mit einer emotionalen Grundsatzdiskussion lehnte eine BA-Mehrheit den Standort darum ab und schlug Alternativen vor, bei denen die Parkplatzsuche nicht ganz so umkämpft ist.

Eine diskutierte Frage in diesem Zusammenhang war zudem die Auswirkung der Stromtanksäulen auf die sogenannte Stellplatzsatzung: Werden die Ladestationen auf die festgelegte Anzahl an Parkplätzen in Tiefgaragen angerechnet, obwohl sie nicht mehr für die „normalen“ Autos zur Verfügung stehen? „Ja“, sagt Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats, „es sei denn, sie werden gewerblich betrieben.“ Wird fürs Aufladen ein Obolus verlangt, muss der Ladepunkt zusätzlich in die vorgegebene Parkplatzzahl einberechnet werden.

Im Münchner Umland ist man sich da übrigens nicht ganz so sicher und will das Thema nun grundsätzlich durch den Gemeindetag klären lassen. 

Lesen Sie hier: Ein Münchner berichtet -„Hilfe, ich kann mein E-Auto nicht aufladen!“. Stets aktuelle Nachrichten aus dem Viertel finden Sie außerdem auf unserer Facebookseite für den Stadtbezirk „Berg am Laim - mein Viertel“.

Carmen Ick-Dietl

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