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Heinz Burghard - Pop-Art-Künstler aus Berg am Laim - fühlt sich im Werksviertel richtig wohl.

München-Serie

Mein perfekter Tag in meinem Viertel: Pop-Art-Künstler Heinz Burghard zeigt die Wundertüte Werksviertel

In unserer Serie zeigen wir, was es in den 25 Stadtbezirken zu entdecken gibt. Persönlichkeiten aus den Vierteln präsentieren den perfekten Tag . Heute nimmt uns Heinz Burghard mit nach Berg am Laim. 

München - Er gehört quasi zum Inventar des boomenden Werksviertels in Berg am Laim: Der Pop-Art-Künstler Heinz Burghard. Bereits 2003 ist der gebürtige Münchner hier eingezogen. Damals hieß das Gelände noch Kultfabrik. Es war eine wilde Zeit mit viel Chaos und Party. Mittendrin Burghard, der Glamour und Rock’n’Roll im Stil von Andy Warhol mitbrachte.

Kein Wunder, denn der sympathische Künstler pflegte stets enge Beziehungen nach New York. Burghard hat dort viele Größen der Pop-Art-Szene kennengelernt. Er ist ein Freund von Billy Name, dem berühmten Gefährten von Andy Warhol, und hat mit Mitgliedern der Warhol-Factory zusammengearbeitet. Nur den Meister persönlich konnte Burghard nicht mehr erleben. Doch seine Kunst, die Musik und das Umfeld haben Burghard stark geprägt. Bevor es mit der Bildenden Kunst losging, hat das Werksviertel-Urgestein bei Münchner Radiosendern gearbeitet, war auch Redakteur bei der Jugendzeitschrift Bravo. Heute ist das Werksviertel sein Lebensmittelpunkt, selbst seine freien Tage verbringt er am liebsten hier.

1. Ein Ort mit Magie

Heinz Burghard findet: „Das Viertel hat Magie, da baut sich Atmosphäre auf.“ Er erinnert sich noch genau daran, als er die ersten Bilder des neuen Werksviertels-Mitte gesehen hat. „Da wusste ich: Das wird grandios.“ Wenn der Künstler freie Zeit hat, stromert er durch „sein Viertel“, hält ein Schwätzchen mit anderen „Siedlern“ und entdeckt etwas Neues. „Immer, wenn sich was ändert, wird’s noch besser, als man dachte – das ist eine echte Wundertüte hier.“ Hier ein weiteres Graffito von Loomit, dort ein Abstecher ins „Herz-für-Rentner“-Büro (im Foto ratscht er mit Vereinschefin Jennifer Strunk). „Fürs Werksviertel braucht man Zeit und Lust“, sagt Burghard. Dann erkennt und erlebt man auch die Geschichten und Augenblicke, die Burghard so gerne sammelt.

Heinz Burghard findet: „Das Viertel hat Magie, da baut sich Atmosphäre auf.“

2. Pfanni-Museum und Kartoffel-Imbiss

Knödelplatz steht groß an der orangefarbenen Wand von Werk 3. Gleich drei Reminiszenzen an die Vergangenheit dieses Ortes, meint Heinz Burghard schmunzelnd. Was es damit auf sich hat, sieht man im kleinen Pfanni-Museum im Durchgang. In zwei großen Schaufenstern hängen alte Bilder und Plakate aus der Zeit, als hinterm Ostbahnhof noch Kartoffeln angeliefert und Knödel gerollt wurden. „Das sind Erinnerungen, die dem Viertel eine einzigartige Identität geben.“ Im Kartoffel-Imbiss lebt die Erinnerung an die frühere Kantine wieder auf. „Dafür haben sie extra ein altes Küchenregal reingebaut.“

Pfanni-Museum im Werksviertel. 

3. Gasthof mit Bergblick

Die Einkehr in der Gaststätte Zum Riederstein (Atelierstr. 18) ist Tradition für Heinz Burghard. Mitten im modernen, zukunftsweisenden Werksviertel ein Stück typisches Bayern. Zur urigen Ausstattung gehört der Glaskasten mit der Fahne des Maibaumvereins Berg am Laim und der Bierkrugtresor. „Im Eck ist der Stammtisch von Werner Eckart, dem Eigentümer von Werk 3“, sagt der Pop-Art-Künstler. Er selbst sitzt lieber gleich neben dem Eingang und genießt das Alpen-Panorama – aufgemalt auf dem Bauzaun. Mit dem original Riederstein und dem Berggasthaus. Wer genau hinschaut, kann einige Werksviertel-Protagonisten erkennen …

Die Einkehr in der Gaststätte Zum Riederstein (Atelierstr. 18) ist Tradition für Heinz Burghard.

4. Genießen im Chocion

Ein Werksviertel-Besuch, ohne im Chocion (Speicherstr. 7) vorbeizuschauen, geht gar nicht, sagt Heinz Burghard. Wobei er sich nicht sicher ist, was ihn mehr anzieht – feine Schokolade und Eis oder der Inhaber? „Ich hab’s einfach mit der Geschichte von Menschen und den Dingen, die dahinterstecken.“ Chocion-Gründer Andreas Mohrs ist hauptberuflich Pilot, die Schokolade seine zweite Passion. Der Untertitel Heaven on Earth passe sehr gut: „Mohrs engagiert sich auch sozial in Südamerika, für Schultaxis – also Esel.“ Ein Gute-Laune-Laden, findet Burghard.

Chocion (Speicherstr. 7).

5. Kunst-Werk-Küche

„Wenn ich könnte, würde ich jeden Tag hingehen“, erklärt Heinz Burghard und meint die Kunst-Werk-Küche von Wiesn-Wirtin Katharina Inselkammer. Die Gastro-Unternehmerin zeigt mit dem Lokal, wie man Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt integrieren kann, ohne eine gemeinnützige Werkstätte zu sein. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Handicap Seite an Seite für Restaurant, Catering und Kochschule. „30 Prozent der Azubis haben eine Behinderung und sollen nach der Ausbildung einen guten Job finden, das find ich fabelhaft.“

Kunst-Werk-Küche von Wiesn-Wirtin Katharina Inselkammer.

Berg am Laim in Zahlen und Fakten

Berg am Laim ist der 14. Stadtbezirk. Hier leben auf 6,31 Quadratkilometern rund 45 650 Menschen. Seit der Neugliederung 1992 ist das Viertel eines der kleinsten in München.

Werksviertel Berg am Laim in München.

Der perfekte Tag in meinem Viertel

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Berg am Laim wird Musik-Hochburg

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Carmen Ick-Dietl

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