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Vor dem Anfahren können Lkw-Fahrer mithilfe von an Ampeln montierten Trixi-Spiegeln überprüfen, ob sie beim Abbiegen Radfahrer in Gefahr bringen.

Mehr Sicherheit für Radfahrer 

Spiegel gegen den Toten Winkel heißt „Trixi“ - der Grund dafür ist tragisch

In München sterben alljährlich Radler, weil Lkw-Fahrer sie beim Abbiegen übersehen. Mit sogenannten Trixi-Spiegeln will das Kreisverwaltungsreferat (KVR) nun die Sicherheit für Radler erhöhen. 

München - An 100 Ampeln in der Stadt sollen sie zum Einsatz kommen. Benannt sind die Spiegel nach der Tochter ihres Erfinders – die von einem Lkw überrollt worden war.

Bei vielen tödlichen Unfällen spielt der „Tote Winkel“ eine Rolle. Im Mai war in Moosach ein neunjähriges Mädchen auf dem Fahrrad von einem abbiegenden Laster überrollt worden; im August hatte ein abbiegender Linienbus eine 62-jährige Radlfahrerin in Neuperlach erfasst und tödlich verletzt. Auch in Berg am Laim kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Als besonders gefährlich gelten die Kreuzungen Berg-am-Laim-Straße/Leuchtenbergring sowie die Berg-am-Laim-/Weihenstephaner Straße. 

Mit sogenannten „Trixi-Spiegeln“ – benannt nach der bei einem solchen Abbiegeunfall schwer verletzten Tochter des Erfinders Ulrich Willburger – will der Bezirksausschuss Berg am Laim die Gefahr dort nun minimieren. So ein Antrag auf der jüngsten Sitzung des Gremiums. Es handelt sich dabei um kleine Konvexspiegel, die direkt an den Ampeln installiert werden und den „Toten Winkel“ bei großen Fahrzeugen deutlich reduzieren.

„Trixi“-Spiegel sollen an Brennpunkten zum Einsatz kommen

Damit liegt Berg am Laim ganz auf der Linie des Kreisverwaltungsreferates (KVR). Denn in Kürze soll es in München stadtweit einen Pilotversuch mit solchen „Trixi-Spiegeln“ geben. Das KVR will 100 solcher Spiegel an Knotenpunkten mit einschlägigem Unfallgeschehen aufstellen. Der Versuch wird wissenschaftlich begleitet, da die Stadt herausfinden will, ob sich die Tote-Winkel-Unfälle vor allem mit Lkw dadurch tatsächlich reduzieren. Den entsprechenden Beschluss soll der Stadtrat in wenigen Tagen absegnen.

Die Trixi-Spiegel gehören zu einem umfangreichen Programm zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in München. Im April hatte der Stadtrat die „Vision Zero“ beschlossen. Das Ziel: keine Schwerverletzten oder Verkehrstoten mehr im Münchner Stadtgebiet. Auf der Grundlage einer kombinierten Analyse von Unfalldaten, Verkehrsdaten und Infrastrukturdaten sollen gezielter als bisher Ansatzpunkte zur Verbesserung der Verkehrssicherheit gefunden werden.

Immer, wenn es einen tödlichen Unfall oder mindestens drei gleich gelagerte Unfälle innerhalb eines Jahres gebe, sei das Verkehrsmanagement des Kreisverwaltungsreferats sowieso vor Ort, erklärt KVR-Pressesprecher Johannes Mayer. Man versuche dann, die Situation durch bauliche Änderungen, durch geänderte Ampelschaltungen oder Beschilderungen zu verbessern.

Trixi-Spiegel: Eine Tragödie steckt hinter der Erfindung

Entwickelt hat den Trixi-Spiegel Ulrich Willburger aus Seehausen am Staffelsee – unter dem Eindruck einer persönlichen Tragödie: „Im Oktober 1994 wurde meine Tochter an einer Ampelkreuzung, auf ihrem Fahrrad geradeaus fahrend, von einem rechts abbiegenden Lkw mit Unterfahrschutz überrollt“, schreibt Willburger auf seiner Homepage. „Nur mit großem Glück hat sie diesen Unfall, wenn auch schwer verletzt, überlebt.“ Experten hätten festgestellt, dass es sich um einen „typischen Lkw-Radfahrer-Verkehrsunfall“ gehandelt habe. Der Fahrer habe das Kind weder durch seinen Fahrzeugspiegel noch durch die Fahrzeugfenster gesehen, da es sich im „toten Winkel“ befunden hätte. Willburger schreibt: „Bei einem Versuch mit einem Lkw war es möglich, mehr als 20 Kinder in den Bereich dieses toten Winkels eines Lkw zu stellen. Dies ist ein erschreckendes Ergebnis und bedeutet, dass jeder Lastwagen- und Busfahrer an Kreuzungen seine nähere Umgebung nicht sehen kann und somit blind anfahren muss.“

Ulrich Willburger: Der Erfinder benannte die Spiegel nach seiner Tochter Beatrix.

Willburger benannte die runden Spiegel nach seiner Tochter Beatrix – und liefert die Lebensretter mittlerweile an Städte wie Freiburg, Osnabrück und Basel. Auch in London hängen Trixi-Spiegel. Boris Johnson, damals Bürgermeister der Weltmetropole, setzte sich persönlich für die Trixi-Spiegel ein, um das Leben von Radfahrern sicherer zu machen.

München will schlimmste Stellen entschärfen

Allein im Jahr 2016 starben 19 Menschen in München an den Folgen von Verkehrsunfällen, 526 wurden schwer verletzt. Die Stadt München plant nun die schlimmsten Unfallstellen - eine davon ist der Frankfurter Ring - zu entschärfen. 

Radfahren in München - das kann schön sein, das kann aber auch sehr gefährlich sein. Die Polizei warnte im Juni 2018 vor hohem Unfallrisiko, vor Radlrambos und vor Geisterradlern!

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Carmen Ick-Dietl und Johannes Löhr

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