Die „Bewegungslandschaft“ in Neuperlach kann mit wenigen Handgriffen umgebaut werden und bietet immer wieder neue Möglichkeiten.

Bewegungs-Offensive gestartet

Münchens Kinder sitzen zu viel rum - das will die Stadt dagegen tun

Sitzen, sitzen, sitzen – die Mehrzahl der Münchner Kinder bewegt sich viel zu wenig. Die Stadt versucht gegenzusteuern – zum Beispiel mit einer Anlage für die Trendsportart Parkour in Berg am Laim und einer Bewegungslandschaft in Neuperlach.

München - Stadtschulrätin Beatrix Zurek präsentierte am Donnerstag zwei Beispiele für innovative Projekte, die bei Münchens Schulkindern Lust auf Bewegung wecken sollen. Neu in München ist die Parkour-Anlage, die es seit Beginn des Schuljahres an der Ludwig-Thoma-Realschule in Berg am Laim gibt. Bei gutem Wetter wird hier von Montag bis Donnerstag in jeder Mittagspause zwischen 12 und 14 Uhr trainiert. 

Durch eine Kooperation mit dem Verein „Free Arts of Movement“ (FAM) stehen Trainer zur Verfügung, die Tipps und Tricks zeigen, erklären, wie man über Mauern springt oder sich an Gerüsten entlanghangelt. Da das Areal auf dem Schulgelände von außen zugänglich ist, können auch Externe das Angebot nutzen. Das 250-Quadratmeter-Gelände bietet Möglichkeiten für mehrere Gruppen und unterschiedliches Leistungsniveau.

„Hier hängen sie auch rum, nur anders“

Schulleiter Claus Tonke ist begeistert von der Anlage, die die Stadt 350.000 Euro gekostet hat. „Wir brauchen beim Ganztag einfach Bewegungsmöglichkeiten, die Kinder können nicht acht Stunden nur stillsitzen“, sagt er. Allerdings müsse es auch etwas sein, was die Jungen und Mädchen annehmen. Mit Parkour funktioniere es. „Hier hängen sie auch rum, nur anders“, sagt Tonke. Weil es so gut ankommt, plant das Gartenbaureferat nun weitere Parkour-Anlagen in München. Zum Beispiel im Südpark und im Neubaugebiet Hochäckerstraße in Perlach. In jeden Fitnesspark sollen künftig Parkourelemente eingeplant werden.

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Innovativ auch das Angebot in Neuperlach. Die Wilhelm-Röntgen-Realschule und der Regionalhort teilen sich hier die Außenanlagen. Dort hat die Stadt auf 130 Quadratmetern eine Bewegungslandschaft geschaffen. Verschiebbare Holzwürfel, in die Balancierbalken, Kletternetze, Ballkörbe und mehr eingehängt werden können, bieten den Kindern immer wieder neu zusammenstellbare Aktionsmöglichkeiten. 

Stadt bastelt an weiteren Bewegungskonzepten

Das große „Pringels-Dach“, das auf einer Schiffswerft konstruiert wurde, ermöglicht eine Nutzung auch bei schlechtem Wetter. „Gut, dass wir jetzt aufgemacht haben, weil die Kinder schon ganz ungeduldig waren“, sagt Hortleiterin Renate Lang. Sollte es weiterhin so gut ankommen, dann soll dieser überdachte Freiraum auch an anderen Schulen und Kitas installiert werden.

Die Stadt bastelt derweil an weiteren Bewegungskonzepten, denkt über Sport- und Bewegungsflächen auf Dächern wie beim Hort an der Grundschule Führichstraße oder am Bildungscampus Freiham nach. Zudem soll es eine große Schwimm-Offensive geben. Zusammen mit Schwimmvereinen und -schulen sollen günstige oder kostenlose Schwimmkurse angeboten werden. Angedacht ist auch ein dreiwöchiger Unterrichtsblock vor den Sommerferien. Es gehe einfach um eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, sagt Stadtschulrätin Beatrix Zurek. Die neuen Angebote müssten leicht zugänglich sein und den Platz in der engen Großstadt optimal nutzen. „Und sie sollen „so attraktiv sein, dass sie gegen die Konkurrenz Smartphone bestehen können“.

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