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Murat K. (26) bestreitet, Nadine S. vergewaltigt zu haben.

Foto-Shooting als Trauma-Therapie

Playboy-Model klagt an: „Er hat mich vergewaltigt!“

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München - Nadine S. (21) erhebt schwere Vorwürfe gegen  Murat K. (26). Nach einem Disco-Besuch soll er sie in einem Hotel vergewaltigt haben. Am Montag begann der Prozess.

Nadine S. (21) liebt ihren Körper. Wie sehr: Das kann man auf diversen Fotos sehen, auf denen sich das Model freizügig präsentiert. Kein Wunder also, dass Männer auf die hübsche Brünette fliegen. So auch am Abend des 27. Dezember 2014, als sie mit Freundinnen im Crown’s Club in der Rosenheimer Straße feiern ging. Dort lernte sie Murat K. (26, Name geändert) kennen, einen wohlhabenden Spediteur. Er spendierte Drinks, beide tanzten und kamen sich schnell näher. Später lud er das Model in ein Hotel ein. Was nach einer Liebesnacht aussah, endete laut Anklage der Staatsanwaltschaft aber brutal: Murat K. soll Nadine S. im Zimmer gegen ihren Willen zum Sex gezwungen haben. Wegen Vergewaltigung steht er seit Montag vor dem Landgericht.

Das Model erhebt schwere Vorwürfe gegen Murat K. „Es steht außer Frage, dass zwischen beiden eine Sympathie da war. Im Hotel wollte sie aber nur ihre Freunde wiedertreffen. Er hat ihr vorgemacht, sie seien schon vorgefahren und würden dort warten“, sagt Rechtsanwalt Stephan Lucas, der das Model vertritt. Tatsächlich war sie allein mit Murat K., der erst mit dem Portier in Streit geriet und dann ein Zimmer buchte. Dort soll es zu dem schlimmen Vorfall gekommen sein. „Der Geschlechtsverkehr wurde unter Gewaltanwendung ausgeübt“, sagt Stephan Lucas. „Ich bin gewürgt worden“, behauptet Nadine S. Sie trug Hämatome am Hals, am Oberarm und an den Handgelenken davon.

Noch im Schockzustand vertraute sie sich dem Hotel-Portier an, der sofort die Polizei rief. „Als ich in das Zimmer kam, dachte ich, mich trifft der Schlag: Bettdecke und Kissen waren überall im Zimmer verteilt und die Matratzen verschoben“, sagte er der Polizei. Gegenüber Beamten hatte Nadine S. die Vergewaltigungsvorwürfe erstmals geäußert – und vor Gericht detailliert wiederholt.

Murat K.: Einvernehmlicher Sex, klassischer One-Night-Stand

Murat K. bestreitet die Tat. Er berichtet von heißen Küssen – und dass beide gemeinsam beschlossen hätten, die Nacht im Hotel zu verbringen. „Ein klassischer One-Night-Stand.“ 20 Minuten lang hätten beide einvernehmlich Sex gehabt. „Dann ist mir die Puste ausgegangen. Das war kein Blümchen-Sex.“

Im Prozess steht Aussage gegen Aussage. Murat K. wirkt erst nervös, später erzählt er souverän. Stolz berichtet er, dass er auch schon mit anderen Frauen die Nacht im Hotel verbracht hätte – in seinem Freundeskreis keine Seltenheit.

Nadine S.: Playboy-Shooting als Therapie

Nadine S. dagegen ist bis heute schwer belastet. „Eine Therapie hat ihr nicht geholfen“, sagt Lucas. Um wieder glücklich zu werden, ließ sie sich im April 2015 für den Playboy erotisch fotografieren. „Das hat mir geholfen, alles zu verarbeiten“, sagt Nadine. „Es war eine Chance, mir zu beweisen, dass ich eine schöne Frau bin, die selbst über ihren Körper bestimmen kann.“ Mittlerweile hat das Model geheiratet und einen drei Monate alten Sohn. „Das gibt mir viel Kraft und Halt.“ Murat K. drohen im Falle einer Verurteilung mehr als vier Jahre Haft.

Auf dem Weg vom Leonrodplatz nach Hause ist eine 24-jährige Münchnerin am frühen Sonntagmorgen von einem bislang unbekannten Täter vergewaltigt worden.

Andreas Thieme

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