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Endpunkt einer Referenzstrecke: Der Obelisk am Föhringer Ring war Teil eines groß angelegten Vermessungsprojekts von Altbayern im Auftrag von Napoleon.

200 Jahre altes Denkmal aus Napoleons Zeiten

Die vergessene Pyramide Münchens - das steckt dahinter

Sie ist ein Denkmal aus Napoleons Zeiten: Die vergessene Pyramide Münchens. Wir verraten Ihnen, was dahinter steckt.

Einst half sie, Bayerns Landkarte zu revolutionieren, heute ist sie kaum noch zu finden: die sogenannte Basispyramide an Münchens Stadtgrenze zu Unterföhring. Das historische Denkmal gehört unbedingt aufgewertet, findet der Bezirksausschuss Bogenhausen – per Radlweg soll es erschlossen werden.

München - Entstanden ist der Obelisk aus Tuffstein im Jahr 1801. Napoleon hatte sich eine genaue militärisch-topografische Karte von Bayern gewünscht – und König Maximilian I. setzte diese Forderung um. Er gründete das „Topographische Bureau“, den Vorläufer des Bayerischen Landesvermessungsamtes. Zur Anfertigung der Karte, die später auch zur Berechnung von Grundsteuern diente, suchten die Vermessungsingenieure im ganzen Land markante Größen wie Bergspitzen oder Kirchtürme mit direkter Sichtverbindung zum jeweils nächstliegenden Punkt aus. So wie beispielsweise vom Nordturm der Münchner Frauenkirche zum Kirchturm von Aufkirchen bei Erding.

Auf diese Art wurde Bayern in Dreiecks-Abschnitte aufgeteilt. Die Methode der Triangulation galt als klassisches Verfahren der Landvermessung. Erst ab 1979 wurde es durch Satellitenmessungen ersetzt.

Als Grundlage für die Vermessung der Abschnitte benötigte man eine sogenannte Basisstrecke. Das Erdinger Moos, eine flache Landschaft ohne störende Gebäude und in Hauptstadtnähe, erschien ideal. So setzte man die Grundlinie fürs erste große Dreieck in Altbayern auf die Sichtverbindung zwischen Frauenkirche und Aufkirchen, wegen der Besiedlung fing man auf freiem Feld bei Unterföhring an und hörte kurz vor Aufkirchen auf. Um diese Referenzstrecke jederzeit nachmessen zu können, entstanden an den beiden Endpunkten jeweils fünf Meter hohen Steinpyramiden.

Die Distanz wurde mit fünf geeichten Holzlatten gemessen, jede fünf Meter lang. Ähnlich wie Zollstöcke wurden sie auf höhenverstellbaren Stativen über Stock und Stein aufgestellt und ständig von hinten nach vorne abgenommen und wieder angelegt. Teile dieses „Basisapparats“ sind noch heute im Deutschen Museum zu besichtigen. Die Messung dauerte vom 25. August bis 2. November 1801. Am Ende betrug die Strecke exakt 21 653,80 Meter. Eine satellitengestützte Nachmessung ergab später, dass sie gerade mal 70 Zentimeter zu kurz war.

Die Pyramiden haben eine von Südwest nach Nordost durchgehende Nische, in der die Vermessungsbasis untergebracht war. Diese Basis war durch kleine Stahltüren, die noch heute erhalten sind, vor unbefugtem Zugriff gesichert. Zwei Tafeln erklären in lateinischer und deutscher Sprache den Zweck der Obelisken.

Verkehrsumtost vom Föhringer Ring und völlig eingewachsen in die Landschaft ist die Münchner Basispyramide jedoch zu einem verlorenen Ort geworden. „Nach 216 Jahren ist es an der Zeit, dieses Denkmal wieder in die Mitte der Aufmerksamkeit einer historisch-interessierten Bürgerschaft zu rücken“, findet Karin Vetterle (SPD). Im Unterföhringer Gemeinderat werde bereits ein Rad- und Fußweg beim Föhringer Ring zur Unterführung Richtung Bogenhausen geprüft. Er würde an der Basispyramide vorbeiführen. Von Münchner Seite aus könnte dieser Weg über die Freischützstraße angebunden werden, finden die Stadtteilpolitiker. So könnte dieser wichtige Meilenstein der Bayerischen Landvermessung aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden.

Carmen Ick-Dietl

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