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Der Abschnitt zwischen Daglfing und Johanneskirchen (Foto: Haltepunkt Englschalking) soll viergleisig ausgebaut werden.

Trassen-Ausbau ausgebremst

Gleis-Gau: Express-S-Bahn zum Flughafen nicht vor 2037

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München - Die Express-S-Bahn zum Flughafen steht auf dem Abstellgleis. Informationen unserer Zeitung zufolge ist mit einer Fertigstellung des Trassen-Ausbaus zwischen Daglfing und Johanneskirchen nicht vor 2037 zu rechnen. Stadträte sind sauer.

Die Express-S-Bahn zum Flughafen steht erst mal auf dem Abstellgleis! Nach tz-Informationen wird der viergleisige Ausbau der Bahn-Trasse zwischen Daglfing und Johanneskirchen frühestens 2037 fertig sein. Der Gleis-GAU! „Es ist ein Projekt, das alle wollen, das nie kritisiert wurde. Und das soll jetzt noch 20 Jahre dauern. Unglaublich!“, schimpft ein Insider.

Tatsächlich: Dass der Ausbau kommen muss, da sind sich alle einig. Derzeit teilen sich Güterverkehr und S-Bahn die zwei Gleise auf etwa fünf Kilometern zwischen Johanneskirchen und Daglfing. Durch den langsameren Güterverkehr gilt die Flughafen-Strecke der S-Bahn als störanfällig. Zudem würde der Ausbau den Weg für eine Express-S-Bahn zum Flughafen freimachen.

Der Stadtrat hatte sich im Sommer zuletzt für den Ausbau mit einem Tunnel ausgesprochen. Auf rund drei Kilometern würden die vier Gleise unterirdisch geführt – mit den Haltestellen Daglfing, Johanneskirchen und Englschalking. Das ist teurer als die Amtslösung, also ein oberirdischer Ausbau. Den hätten Bund und Freistaat favorisiert und auch finanziert. An den Baukosten von etwa 400 Millionen Euro hätte sich die Stadt lediglich mit 50 Millionen beteiligen müssen. Der Tunnel wird auf rund 970 Millionen Euro taxiert, davon müsste die Stadt rund 800 Millionen Euro selbst tragen.

Zu klären ist laut einem Bahn-Sprecher auch noch, ob drei oder vier Röhren gebaut werden müssten. Die Gleise für den Güterverkehr sind zwingend zu trennen, die S-Bahn erhält eine dritte Röhre, eventuell auch eine vierte.

Die Bahn will bis 2021 beide Varianten durchgeplant haben. Den kolportierten Fertigstellungs-Termin möchte niemand bestätigen oder dementieren. Einzig klar sei, dass ein oberirdischer Ausbau wohl sechs Jahre früher fertig sein könnte als die Tunnel-Lösung. Doch nur die kommt für die Stadt infrage: „Jeder Stadtplaner würde sich ärgern, wenn wir diese Chance nicht ergreifen“, sagt Bettina Messinger (SPD).

Auf dem Gebiet ist ein neues Viertel geplant

Die Verzögerung beim S8-Ausbau kommt der Stadt ungelegen: „Die Entwicklung im Nordosten hängt maßgeblich von dem Deckel ab, der da über die Gleise kommt“, sagt der CSU-Verkehrs-Experte Johann Sauerer. Der Nordosten ist eine der letzten großen Flächen, die noch für den Wohnungsbau innerhalb der Stadt geeignet sind. Apartments für rund 30.000 Menschen sollen hier entstehen, dazu 10.000 neue Arbeitsplätze. Mit dem Bahn-Tunnel könnten wohl 1000 zusätzliche Wohnungen gebaut werden und ein großer Park.

„Wir wären glücklicher, wenn es schneller gehen würde“, sagt Bettina Messinger (SPD). Die Verzögerung sieht sie aber nicht problematisch. „Wir werden weiter mit Tunnel planen.“

Die zweite Zerstörung Münchens: Bausünden nach dem 2. Weltkrieg

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