Neubaugebiet im Münchner Nordosten

Grüne: ÖPNV-Anschluss nicht verschlafen

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Die Stadtratsfraktion der Grünen warnt vor einer Verzögerung der ÖPNV-Erschließung des geplanten Neubaugebiets im Münchner Nordosten.

München - Wie unsere Zeitung berichtete, steht die Express-S-Bahn zum Flughafen offenbar auf dem Abstellgleis. Mit einer Fertigstellung des viergleisigen Bahntunnels zwischen Daglfing und Johanneskirchen ist vor 2037 nicht zu rechnen, heißt es. Derzeit teilen sich Güterverkehr und S-Bahn zwei Gleise auf dem etwa fünf Kilometer langen Streckenabschnitt.

Grünen-Stadtrat Herbert Danner hat nun einen Fragenkatalog über die Planungen zur Verkehrserschließung an die Stadtverwaltung gerichtet. Danner will wissen, was eine Bauzeit des S8-Tunnels bis 2037 für die gesamte Entwicklungsmaßnahme im Münchner Nordosten bedeuten würde und ob die Verlängerung der U4 nach Englschalking unabhängig von der Tieferlegung der S8 gebaut werden könne.

In einem Antrag fordert der Grünen-Stadtrat außerdem, OB Reiter möge sich bei der Staatsregierung dafür einsetzen, dass in der Machbarkeitsstudie für die tiefergelegte S8 auch eine Verlängerung der U4 bis nach Englschalking untersucht wird. Auch die Stadt solle hierfür Geld bereitstellen.

Danner: „Im Nordosten Münchens entsteht in den kommenden drei Jahrzehnten die größte Siedlungsmaßnahme seit Neuperlach in den 60er und 70er Jahren.“ Falls sich die ÖPNV-Erschließung tatsächlich bis ins Jahr 2037 hinziehen sollte, sei das eine denkbar schlechte Voraussetzung für 30 000 neue Bewohner. Die Stadt müsse unbedingt auf eine zügige und frühe Erschließung des neuen großen Stadtteils im Osten von Bogenhausen bis zum Stadtrand hinwirken, so Danner.

Der Stadtrat hatte sich im Sommer für den Ausbau mit einem Tunnel ausgesprochen. Auf rund drei Kilometern würden die vier Gleise unterirdisch geführt – mit den Haltestellen Daglfing, Johanneskirchen und Englschalking. Bahn und Freistaat hatten einen oberirdischen Ausbau favorisiert.

Die teurere Tunnel-Lösung wird auf rund 970 Millionen Euro taxiert, davon müsste die Stadt etwa 800 Millionen Euro selbst tragen. Die Grünen sprechen sich überdies für eine Trambahnlinie zur Feinerschließung des neuen Wohngebiets aus. 

Rubriklistenbild: © dpa

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