Blitzblank: Tausende Aluminium-Paneele wurden von den Türmen abgeschraubt, gereinigt und wieder angebracht.

Nach drei Jahren Baustelle

Sanierung abgeschlossen: Die Hypo-Türme glänzen wieder

München - Beim Bau vor 35 Jahren galten die Hypo-Türme im Arabellapark als futuristisches Bauwerk. Inzwischen sind sie in die Jahre gekommen. In den vergangenen drei Jahren ist sie aufwendig saniert worden.

Architekt Gunter Henn (links) und Peter Weidenhöfer, Vorstand der HVB Immobilien AG.

Ein atemberaubender Blick auf die Alpen eröffnet sich im 25. Stock des HVB-Towers. Die Sky-Lounge ist neu entstanden, früher stand hier ein riesiger Sprinkler-Tank. Überhaupt hat das Gebäude an „inneren Werten“ gewonnen, wie Architekt Gunter Henn sagt. Nachdem man das Innere bis auf den Rohbau zurückgebaut hatte, wurden völlig neue Räume kreiert und Durchbrüche geschaffen. Über zwei Etagen erstreckt sich nun ein in unterschiedlichen Neigungen aufgefalteter Raum, der den Blick nach oben zum gläsernen Dreiecksdach lenkt, wo sich der 114 Meter hohe HVB-Tower abhebt. Das altbackene Braun und Beige ist ausgezogen, alles ist in einen warmen Weißton getaucht worden. Es wirkt, als hätte man eine weiche Wolldecke über alles geworfen. Im ersten Stock sind zur Kantine noch Imbiss-Stationen und eine Kaffee-Bar hinzugekommen.

Die Arbeitsplätze im Tower sind alle auf sogenanntes „Smart Working“ ausgerichtet worden. Das mobile Bürokonzept erlaubt eine flexible Aufteilung der Flächen. Keiner der insgesamt 1400 Mitarbeiter in den Türmen hat einen festen Platz, sondern jeder sucht sich abhängig von der jeweiligen Tätigkeit seinen Wirkungsbereich.

Gebäude steht seit 20006 unter Denkmalschutz

Eine große Herausforderung war der Erhalt des äußeren Erscheinungsbildes. Denn das Gebäude steht seit 2006 unter Denkmalschutz und hat eine einzigartige Konstruktion. Die oberen Geschosse sitzen auf der zentralen Plattform im elften Geschoss, das komplett aus Beton besteht. Die unteren Stockwerke sind an dieser Zwischenplatte aufgehängt. Das erklärt auch die riesigen Klammern in der Außenhaut. Über die Pfeiler werden die Kräfte zum Boden geleitet.

Klarheit und Signifikanz des Gebäudes, das sich international durchaus messen kann, sollten auf jeden Fall erhalten bleiben, sagt Henn. Zudem sollten die Türme während der Arbeiten „nicht als Gerippe im Stadtbild stehen“. So wurden die 2200 Elemente ausgetauscht und 6000 Aluminium-Paneelen von unten nach oben spiralförmig abgetragen. „Damit stand das Gebäude nie nackt da.“ Man konnte so von außen immer nur durch einzelne Stockwerke schauen.

Die Aluplatten wurden gereinigt und sind im Original wieder ans Gebäude zurückgewandert. Zusammen mit den neuen Fenstern lassen sie das Gebäude jetzt wieder silbern glänzen. „Es war ein langer Weg, die richtige Glasfarbe zu finden“, verrät Henn. Aus der ehemals dünne Fassadenwand doppelte der Architekt nach innen auf. Damit lassen sich die Fenster nun auch kippen. Zwei Millionen kleine Löcher in der Außenhaut unter und über den Fenstern sorgen für ständige Ventilation und Frischluftzufuhr. „Alles ohne Zug und ohne den Schall von außen“, beschreibt der Architekt. Zudem sind die gekippten Innenfenster von außen nicht zu erkennen, stören also die Optik der Türme nicht.

Positiver Nebeneffekt: Energieverbrauch sinkt drastisch

Auch konnte der Energieverbrauch laut dem Unternehmen deutlich gesenkt werden: 50 Prozent bei der Heizung, 25 Prozent beim Strom. Außerdem reduziert sich der Wasserverbrauch durch die Verwendung von Regenwasser, der Heiz- und Kühlenergiebedarf durch die Nutzung von Geothermie.

„Unser Anspruch war es, Denkmalschutz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit so miteinander zu kombinieren, dass wir ein denkmalgeschütztes Gebäude in eines der modernsten Bankgebäude Europas verwandeln“, sagt Peter Weidenhöfer, Vorstand der HVB Immobilien AG. Bis 2019 soll nun noch der nördliche Flachbau modernisiert werden, dann ist der gesamte HVB-Komplex in Bogenhausen fertig. Die Gesamtinvestition beträgt rund 250 Millionen Euro. Insgesamt 3800 Mitarbeiter sollen am Ende am Standort Arabellapark beschäftigt werden.

Carmen Ick-Dietl

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