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Margot Hielscher (die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2000) starb 2017 im Alter von 97 Jahren.

Star lebte in Bogenhausen

Gedenken an die Film-Diva: Nachbarn fordern Margot-Hielscher-Weg

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Sie war eine Diva. Eine von Deutschlands größten Film-Ikonen der Nachkriegszeit. Vor zwei Jahren hat München mit Margot Hielscher eine Persönlichkeit verloren. Nun soll an ihrer ehemaligen Adresse an sie erinnert werden.

Es fällt auf zwischen den alten Villen und schicken neuen Häusern in Bogenhausen: das weiße Gebäude an der Gustav-Freytag-Straße 2. Klare Linien, keine Schnörkel. Die Struktur stammt von Paul Stroher. Anfang der 50er-Jahre war er ein bekannter Architekt. Das ist genauso vergessen wie die Tatsache, dass in dem besonderen weißen Haus am Herzogpark große Namen ein- und ausgingen. Erich Kästner, Heinz Rühmann, Leonard Bernstein und Herbert von Karajan besuchten die vielleicht letzte Ikone des deutschen Films: Margot Hielscher. Über sechs Jahrzehnte lang lebte sie in dem Hofgartenhaus mit Pool, bis sie 2017 – kurz vor ihrem 98. Geburtstag – gestorben ist. Seitdem verfällt das Gebäude.

Verfällt zusehens: Das Anwesen der Diva an der Gustav-Freytag-Straße.

Daran kann sich Nachbar Eugen Rabold nicht gewöhnen. Mit seiner Frau Angelika und seinem Neffen Emanuel Rüff setzt er sich dafür ein, dass Hielschers Name nicht vergessen wird. Sie haben einen Antrag an die Stadt geschrieben. „Die bekannte und beliebte Künstlerin hat es nach ihrem Tod verdient, bleibend geehrt zu werden.“ Ihr Vorschlag: einen Teil der Gustav-Freytag-Straße in Margot-Hielscher-Weg umbenennen. Den unbefestigten Bereich, der die Straße mit einem Fußweg an der Isar verbindet. Dort gibt es nur die Hausnummer 2. Die Einzige, die dort je gewohnt hat, war die Schauspielerin. „Niemand bräuchte seine Adresse ändern“, erklärt der 76-Jährige. Ein Vorschlag, der Peter von Schall-Riaucour begeistert. „Das ist eine grandiose Idee“, sagt der Neffe von Margot Hielscher. Auch ihm liegt die Erinnerung an sein „Tantchen“, wie er die Diva immer genannt hat, am Herzen. Deshalb hat er einen eigenen Kultur-Preis ausgelobt, der heuer erstmals vergeben wurde. Gemeinsam mit Alt-OB Christian Ude, ein enger vertrauter Hielschers, hat Schall-Riaucour schon weitere Überlegungen angestellt. Der Antrag der Nachbarn passe da genau ins Konzept.

Sie setzen sich ein: Die Nachbar Prof. Eugen Rabold und Emanuel Rüff wollen diesen Weg umbenennen lassen.

Ganz so einfach scheint alles aber dann doch nicht zu sein. Denn schon 2018 hatten die Rabolds den Antrag beim Bezirksausschuss Bogenhausen eingereicht. Der hat sich im Dezember damit beschäftigt. Aber nur um festzustellen, dass solche Anliegen an den Oberbürgermeister zu richten sind. Dieter Reiter (SPD) bekam den Antrag im Januar. Auf Nachfrage heißt es im Bürgermeister-Büro, dass das „Kommunalreferat die Anfrage in eigener Zuständigkeit beantwortet hat.“ Demnach stehe Margot Hielscher bereits auf einer Personenliste für neue Straßenbenennungen. Über sie entscheidet der Ältestenrat. Gegen ihre alte Adresse spricht für das Kommunalreferat eine ganze Litanei bürokratischer Gründe. Das Fazit der Behörde: „Für eine teilweise Umbenennung der Gustav-Freytag-Straße besteht also kein Anlass.“ Dass es der Ort ist, an dem sie 65 Jahre gelebt hat und der unkompliziert einen neuen Namen bekommen könnte, spielt für den Amtsschimmel wohl keine Rolle.

Für Rabold, einst Professor der Architektur, ist das nicht die einzige Enttäuschung. Ihm blutet das Herz beim Gedanken daran, dass das besondere, von Stroher geplanter Haus bald dem Erdboden gleich gemacht wird. Margot Hielscher hatte das Anwesen schon zu Lebzeiten an eine Immobilienfirma verkauft und im Gegenzug eine monatliche Leibrente bekommen. Wie es unter der Hand heißt, soll der Grund nach ihrem Tod wohl für 15 Millionen Euro den Besitzer gewechselt haben. Er gehört nun einer Investment-Firma in Franken. Der Bauantrag liegt schon vor. Bald könnten die Bagger anrücken. Bogenhausen bekommt den nächsten schicken Neubau.

In einem neuen Film mimt Uschi Glas eine ehemalige Schauspielerin, die in einer Seniorenresidenz wohnt. Die Lebenseinstellung der Figur gefällt ihr besonders gut.

Er schrieb TV-Geschichte: Deutscher Kult-Regisseur gestorben

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