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Das Gesicht hinter einer Tüte versteckt: der Angeklagte Roland S.

30 Jahre unentdeckt

Missbrauch in 103 Fällen - Mann holte sich Kinder aus dem Umfeld seiner Frau

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Ein Münchner missbrauchte über 30 Jahre lang, kleine thailändische Jungen - auch aus dem Umfeld seiner Frau. Nun  wird ihm der Prozess gemacht.

München - Keine Regung, kein Mucks. Wie versteinert sitzen die Beteiligten im Gerichtssaal, als der Staatsanwalt die Anklage verliest. Kaum zu ertragen sind die widerwärtigen Einzelheiten, wie Roland S. (67) über 30 Jahre lang thailändische Kinder missbraucht haben soll. 103 Fälle hat die Staatsanwaltschaft angeklagt. Gestern hat der Prozess am Münchner Landgericht begonnen. 

Tausende Kinderpornos in Bogenhausen gebunkert

Dank der Stieftochter von S., an der er sich auch vergangen haben soll, kam das ganze Ausmaß des Sex-Horrors ans Licht. Sie fand ein Video, das zeigen soll, wie sich der gelernte Industriekaufmann an einem Kind vergeht – und meldete sich bei der Polizei. Bei der Durchsuchung der Bogenhausener Wohnung von S. findet die Polizei mehr als 8500 Kinderpornos, darunter 19 Videos mit einer Gesamtlaufzeit von zwölf schockierenden Stunden, die meisten auf VHS-Kassetten. Fast nur Buben – der jüngste gerade mal acht Jahre alt – sind laut Staatsanwaltschaft darauf zu sehen. 

Missbrauch von Kindern seit 1987

Vor über 30 Jahren begannen die Reisen von Roland S. nach Thailand. Der gebürtige Stuttgarter lernte dort 1987 seine spätere Ehefrau kennen und nahm sie mit nach Deutschland. In ihrem Heimatort Uthai Thani, rund 230 Kilometer nördlich von Bangkok, soll S. seine Opfer vor allem im Umfeld der Familie seiner Frau gesucht und gefunden haben. Mindestens vier seiner Opfer soll er zeitweise in seine Münchner Wohnung geholt haben. Darunter auch der Neffe der Stieftochter, der in dem Prozess als Nebenkläger auftritt. Die Vorwürfe habe der Angeklagte weitgehend eingeräumt, sagt Anwältin Antje Brandes, die Vertreterin des Nebenklägers. Sein Verteidiger sagt zu S. nichts – mit Verweis auf ein nicht-öffentliches Verfahren. Der Prozess geht heute weiter.

Tina Layes

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde in Nordrhein-Westfalen hat die Staatsanwaltschaft hat erste Anklagen vorgelegt - bald beginnt der Prozess.

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