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Die Tage des Trabersports in Daglfing sind gezählt. Der Verein wird wohl nach Maisach umsiedeln. Dort soll eine neue Rennbahn entstehen.

Werden Wohnungen gebaut?

Pferdesport in Daglfing vor dem Aus

München - Der Auszug der Daglfinger Traber aus München rückt ein Stück näher. Sie sollen nach Maisach umziehen. Die Stadt will auf dem Gelände Wohnungen bauen. 

Der Auszug der Daglfinger Traber aus München rückt ein Stück näher. Im Gemeinderat von Maisach (Kreis Fürstenfeldbruck) steht am Donnerstagabend der Bauantrag für eine neue Pferdesportanlage mit 1000-Meter-Rennbahn, Wetthalle, Kampfrichterturm, Ställen, Parkplätzen und Technikanlagen auf der Tagesordnung. Die Zustimmung zum Projekt gilt als sicher.

Der Bau der Maisacher Anlage ist Inhalt des Kaufvertrags zwischen dem niederbayerischen Immobilieninvestor Günther Karl mit dem Münchner Trabrenn- und Zucht-Verein (MTZV) aus Daglfing aus dem Jahr 2005. Neben der Zahlung von 11,5 Millionen Euro für das Daglfinger Gelände hatte Karl dem Verein damals zusätzlich eine Ersatz-Rennbahn versprochen. Entstehen sollte sie auf dem ehemaligen Militär-Flughafen bei Fürstenfeldbruck. Allerdings kam es in Maisach zu Verzögerungen beim Bauleitverfahren. Ein Teil des neuen Trabergeländes lag in einem streng geschützten Naturschutzgebiet. Umplanungen und entsprechende Abstimmungen mit etlichen Behörden dauerten. Nun aber seien die baurechtlichen Grundlagen gegeben, freut sich Stefan Gigl, zuständiger Projektplaner bei der Karl-Gruppe. „Der Bebauungsplan liegt in den Endzügen und wird in absehbarer Zeit rechtskräftig.“ Dann noch die Baugenehmigung, und man kann mit dem Bau der neuen Trabrennbahn in Maisach starten.

Einige Jahre wird es allerdings schon noch dauern, bis alles fertig ist. Einen konkreten Zeitpunkt will Gigl nicht nennen. Auch wenn die Nachrichten aus Maisach für einige vielleicht überraschend kämen – „wir haben im Hintergrund immer fleißig gearbeitet“, erklärt der Projektleiter. Dazu sei man schließlich verpflichtet. „Der Vertrag mit dem MTZV hat nach wie vor Gültigkeit, wir halten uns daran und werden alle Bedingungen erfüllen.“ Dies kommuniziere man auch gegenüber den Daglfinger Trabern. „Wir sind in ständigem Kontakt, die wissen Bescheid über das Bebauungsplanverfahren.“ Ansonsten aber sei alles auf dem alten Stand, so Gigl. Es gebe keine aktuelle Entscheidung des MTZV darüber, ob man nach Maisach oder eventuell nochmal vor Gericht ziehe. Im ersten Anlauf hatten die Daglfinger 2014 vor dem Münchner Landgericht allerdings eine herbe Schlappe einstecken müssen.

Der damalige Vorstand hatte den Kaufvertrag angefochten, weil man sich über den Tisch gezogen fühlte. Zum einen sei das Gelände weitaus mehr wert – laut Gutachter bis zu 50 Millionen Euro. Zum anderen war kaum Bares übrig geblieben. Karl hatte den Kaufpreis mit den 9,8 Millionen Schulden des MTZV gegengerechnet.

In diese Notlage habe man sich allerdings selbst manövriert, meinten die Richter damals. Ohne schnelles Geld hätte der Verein wohl Insolvenz anmelden müssen. Das Urteil: Der Kaufvertrag ist gültig, der Münchner Trabrennverein erhält sein Gelände nicht zurück, die Traber müssen Daglfing verlassen.

Selbst wenn der Verein in etwa fünf Jahren aus Daglfing abziehen sollte, ist noch unklar, was genau mit seinem Gelände in München passiert. Die Trabrennbahn gehört genau wie die benachbarte Reitsportanlage Riem zum Umgriff der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen München-Nordost (SEM). Das 595 Hektar große Areal im Nordosten gilt als das letzte große zusammenhängende Siedlungsgebiet in München. Hier soll Wohnraum für mehr als 30 000 Menschen entstehen. Inzwischen hat die Stadt drei Bebauungsvarianten erarbeitet, die derzeit den politischen Entscheidungsträgern vorgestellt werden. Stimmt man im Stadtrat bis zum Jahresende zu, soll bis 2019 ein so genanntes Strukturkonzept entstehen. Die ersten Bauarbeiten könnten frühestens 2024 starten.

„Wir sind gut darüber informiert, aber nicht beteiligt“, sagt Karls Projektleiter Stefan Gigl. In seinen Augen ist es noch zu früh, um irgendwelche Entscheidungen für das Daglfinger Gelände zu treffen.

Carmen Ick-Dietl 

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