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Der Angeklagte Emrah T. versteckte sich am ersten Prozesstag hinter einer weiße Plastiktüte, die grüne Kapuze tief ins Gesicht gezogen.

Prozess in München

Vergewaltigung im E-Garten: „Keine Zweifel daran, dass er der Serientäter ist“

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Emrah T. (28) soll zwei Frauen brutal vergewaltigt haben. Nun steht er für seine Taten vor Gericht. Am ersten Prozesstag versteckte er sein Gesicht vor den Kameras - und schwieg.

München - Die grüne Kapuze  hat er tief ins Gesicht gezogen, davor hält er einen weißen Plastiksack: So versteckte Emrah T. (28) gestern sein Gesicht vor Gericht - für seine Taten muss er sich nun aber verantworten. Zwei Frauen soll T. brutal vergewaltigt haben. Eine Spaziergängerin am 26. November 2015 in Rosenheim - und am 18. Dezember 2016 eine Joggerin im Englischen Garten. Laut Anklage hat T. sie auf einer Isarinsel in Oberföhring so lange gewürgt, bis sie fast starb - und sich dann an ihr vergangen. Mutmaßlich ließ er sie danach bei Temperaturen um den Gefrierpunkt halbnackt in einem Gebüsch liegen. 

Am Isarkanal nördlich des Oberföhringer Stauwehrs schlug der Täter zu. 

„Mein Mandant wird keine Angaben machen. Weder zu den angeklagten Taten noch zu seiner Person“, sagte Verteidiger Alexander Eckstein gestern zum Prozessauftakt. Emrah T. schweigt also, doch die Spuren sprechen gegen ihn. Durch einen DNA-Abgleich war er Ende März 2017 überführt worden: Eigentlich wollte die Polizei nur einen Raub aufklären und nahm den Angestellten einer Feldmochinger Firma freiwillige Speichelproben ab. Überraschend passten T.s Spuren zu den Vergewaltigungsfällen. Gegenüber der Polizei hatte er die Taten abgestritten. 

In unserem News-Blog zu dem Prozess halten wir Sie an den Verhandlungstagen auf den Laufenden. 

Markus Kraus, der damalige Leiter der Mordkommission, sagte im Frühjahr 2017 aber: „Wir haben keinen Zweifel daran, dass er der Serientäter ist.“ So sieht es auch Staatsanwalt Andreas Bayer, der gestern diverse Polizeibeamte vernahm. Zuvor hatte Richter Michael Höhne das Protokoll einer Befragung verlesen, die das Migrationsamt bei Emrah T.s Frau durchgeführt hatte. Darin berichtete die Kurdin, dass sie in der Türkei von Polizisten gefoltert worden sei, eine ihrer Nichten sei gar von Soldaten erschossen worden. Schließlich sei die Familie geflüchtet und habe 4000 Euro an einen Schleuser bezahlt, damit dieser sie per Schlauchboot nach Griechenland bringt. Über Serbien kamen sie später nach Deutschland - wo sie aber (fälschlicherweise) als Syrer einreisten. 

Emrah T. verfolgte diese Schilderungen ohne Regung. Sein Bubi-Gesicht - er wirkt wesentlich jünger als seine 28 Jahre - schien entspannt. Richter Höhne gab zu Protokoll: Auch das Mordmerkmal der Befriedigung des Geschlechtstriebs komme in Betracht. T. soll die Joggerin noch gewürgt haben, als sie schon ohnmächtig war. Als er nach der mutmaßlichen Vergewaltigung flüchtete, war er laut Anklage davon ausgegangen, dass die Frau „bereits verstorben war oder in Kürze versterben könnte“. Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt.

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