US-Entertainer Bill Cosby verurteilt - Anwälte wollen in Berufung gehen

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Weil ihr Schäferhund Benni zum Beißer wurde, verurteilte das Amtsgericht sein Frauchen Uljana K.

Vor Gericht bedauert sie den Vorfall

Schäferhundhalterin floh nach Beiß-Attacke: Saftige Geldstrafe

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Im Mai fiel ein Schäferhund ein Kind in Bogenhausen an, die Halterin entfernte sich einfach. Nun stand die Frau vor Gericht - und bekam eine saftige Geldstrafe.

München - Fröhlich strahlt die siebenjährige Isabelle auf dem Foto. Am liebsten geht sie mit Mutter Susanne und Schwester Annabelle spazieren. Immer mit dabei: ihr Hund Bob. „Er ist Teil der Familie. Wir lieben Tiere“, sagt die Mama. Umso schlimmer, was der kleinen Isabelle Mitte Mai passiert ist: Ein fremder Schäferhund hatte das Mädchen wie berichtet in Bogenhausen angefallen, als sie mit Freunden im Herzogpark spielte. „Er schleifte sie über die Wiese und biss mehrfach zu, das war lebensgefährlich“, sagt Susanne B., die am Mittag einen Anruf ihrer völlig aufgelösten Tochter erhalten hatte.

Noch immer ist die Unternehmerin wütend auf die Halterin Uljana K. (52). „Sie hätte den Hund anleinen müssen.“ Das sah die Münchner Staatsanwaltschaft genauso und klagte Uljana K. wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie Körperverletzung durch Unterlassen an. Denn auch drei weitere Biss-Opfer wurden teils schwer verletzt und hatten Anzeige erstattet.

Zeugen beschreiben Halterin als gefühllos und kalt

Am Dienstag musste sich die Dolmetscherin vor dem Amtsgericht verantworten. „Sie bedauert die Vorfälle“, sagte ihr Verteidiger Stefan Korn. Uljana K. habe den Schäferhund im Sommer 2015 als Welpen gekauft, aber vorher kaum Erfahrung gehabt. Mit der Erziehung war sie schließlich überfordert, auch die Hundeschule brachte keine Besserung. Nach vier Beiß-Attacken innerhalb von nur zwei Monaten nahm das Ordnungsamt ihr den Hund dann endgültig weg.

Isabelle (vorne) kann heute wieder lachen. Im Mai war das Mädchen von Schäferhund Benni angefallen worden. Mit auf dem Foto sind ihre Mutter Susanne und Schwester Annabelle.

Für die Opfer ist das ein später Trost. Die Frau habe teilnahmslos daneben gestanden, als der Hund Isabelle attackiert habe, sagt die Mutter. „Ich glaube ihr nicht, dass es ihr leidtut. Dann hätte sie sich anders verhalten!“ Auch die anderen Zeugen beschrieben Uljana K. als gefühllos und kalt. Nach den Vorfällen habe sie den Geschädigten angeblich sogar falsche Namen angegeben, um einer Strafe zu entgehen, und habe sich anschließend rasch vom Tatort entfernt.

Doch die Polizei griff die Hundehalterin wenige Tage später im Grüntal auf, nur wenige Meter von Isabelles Zuhause entfernt, wo K. wieder mit dem Beißer unterwegs war. Erkannt hatten die Beamten sie an der markanten Hundeleine, die Zeugen zuvor schon genau beschreiben konnten.

Halterin will die Opfer entschädigen

„So jemand darf einfach keine Hunde halten“, sagt Susanne B. Mit Schrecken denkt sie an die Verletzungen ihrer Tochter zurück: „Der Schäferhund hatte sie in den Oberschenkel und ins Gesäß gebissen. An ihrem Schädel waren die Abdruckspuren der Eckzähne.“

Immerhin: Im Prozess erklärte Uljana K. sich bereit, die Opfer zu entschädigen. Alle waren gekommen, um gegen die Hundehalterin auszusagen, und tauschten ihre Geschichten bis zum späten Nachmittag noch auf den Fluren des Strafjustizzentrums aus. So entrüstet waren sie über das, was passiert war.

Amtsrichter Robert Grain konnte ihren Zorn verstehen. Uljana K. attestierte er ein unsägliches Nachtatverhalten und wenig Reue im Prozess. Am Ende verurteilte er sie zu 7200 Euro Geldstrafe. Außerdem darf K. keine Hunde mehr halten.

Schäferhund Benni kam ins Tierheim. Nach Informationen unserer Zeitung wurde der Hund inzwischen aber wieder vermittelt. Ob er erneut auffällig wurde, ist nicht bekannt.

Schäferhund Benni wurde inzwischen weitervermittelt.

Die kleine Isabelle denkt darüber nicht mehr nach, sondern geht mittlerweile in die Grundschule und kann wieder lachen. Körperliche oder psychische Spätfolgen der Biss-Attacke sind bei ihr nicht aufgetreten. „Wir hoffen, dass es so bleibt“, sagen ihre Eltern. Sie sind froh, dass der Fall nun abgeschlossen ist. Und wieder Ruhe einkehren kann.

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