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Bürgersteig schmal, Strommast im Weg: An der Brodersenstraße wird es eng.

Kritik an den Stadtwerken

Kuriose Baumaßnahme in Bogenhausen: „Geht vielleicht im Süd-Ural, aber nicht in München“

Das riecht schon sehr nach Schildbürgerstreich: Statt des Bürgersteigs wurde die Fahrbahn an der Brodersenstraße verbreitert. Jetzt stellt das Ganze eine Gefahr für Schüler dar.

München - Doppelter Ärger in der Brodersenstraße in Bogenhausen: Statt des Bürgersteigs wurde die Fahrbahn verbreitert. Zudem stehen den Fußgängern hier nun Strommasten der Stadtwerke München (SWM) im Weg.

Das riecht schon sehr nach Schildbürgerstreich. Auf Höhe der neuen Wohnbebauung an der Brodersenstraße wurden kürzlich die Gehwege neu hergestellt. Allerdings schmäler als üblich. Statt der gängigen und im Bebauungsplan versprochenen zwei Meter Breite sind es plötzlich nur noch 1,75 Meter. Dafür wurde die Fahrbahn locker auf sechs Meter erweitert. „Jetzt finden hier völlig blödsinnige Überholmanöver statt“, schimpft Petra Cockrell, Anwohnerin und CSU-Mitglied im Bezirksausschuss Bogenhausen.

Die Fahrbahn zu erweitern und die Fußgänger dafür zurückzudrängen sei eine echte Frechheit, findet auch Martin Tscheu (SPD). Nicht genug damit: Auf dem Gehweg stehen auch noch hölzerne Strommasten im Weg. Während das Baureferat bei seinen Lichtmasten bereits nachgebessert und sie an die Kante gerückt hat, stehen die Stromträger der Stadtwerke München weiterhin auf dem Bürgersteig. Damit wird der Gehweg an diesen Stellen zusätzlich verschmälert. Die Stadtwerke würden sich jedoch „bockig“ weigern, die Masten noch mal zu versetzen, berichtete Robert Brannekämper (CSU). „Das geht vielleicht im Süd-Ural, aber nicht in München.“ Bislang seien jedoch alle Gespräche erfolglos verlaufen.

Die Strimmasten verengen den eh schon schmalen Gehsteig an der Broderseenstraße zusätzlich.

Die Stadtteilpolitiker fürchten vor allem dann ein Problem, wenn hier in Kürze wieder Hunderte von Kindern zu den nahe gelegenen Schulen oder zur S-Bahnstation Englschalking unterwegs sind. „Das sind Riesenschwaden, die da laufen“, erzählt BA-Chefin Pilz-Strasser (Grüne). Sie will kein schlechtes Vorbild durchgehen lassen. „Das wäre sonst ein Freispruch für jeden Bauträger.“ Stadt und SWM sollen ihre Fehler gefälligst umgehend reparieren, fordert der Bezirksausschuss Bogenhausen einstimmig. Das gilt für die Strommasten – genauso aber für die Gehwegbreite.

Lesen Sie auch: Lokalpolitiker fordern Aus für Nachverdichtung im Nordosten

Carmen Ick-Dietl

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