+
Obwohl idyllisch gelegen, gehört die Siedlung zum Stadtbezirk Bogenhausen. Im Norden ist der Feringasee nicht weit.

Schwarzbauten aus der Nachkriegszeit

Stadt legalisiert nächste "Mondschein-Siedlung“

München - Die Stadt hat erneut eine Schwarzbau-Siedlung aus der Nachkriegszeit legalisiert. Die 34 Häuser „Am Hierlbach“ im Stadtbezirk Bogenhausen gelten in Zukunft nicht mehr als Schwarzbauten.

In München seien in der frühen Nachkriegszeit eine Reihe von Schwarzbau-Siedlungen entstanden, so die Rathaus-SPD. „Mondschein-Siedlungen“ wurden sie genannt, weil sie oft im Schutz der Dunkelheit aufgebaut wurden – auf Grundstücken mit Gärten und Beeten, sodass die Menschen sich auch in schwierigen Zeiten selbst versorgen konnten. All diese Bauten waren ungenehmigt.

Nun hat der Planungsausschuss die 34 Häuser der Bogenhauser Siedlung „Am Hierlbach“ legalisiert. Die Anwohner müssen nicht mehr befürchten, dass die Stadt den Abriss ihrer Häuser verfügt. Im Flächennutzungsplan, so die SPD, war bis jetzt eine reine Landwirtschaftsfläche eingetragen. Erst durch die Änderung des Plans und das nachträgliche Aufstellen eines Bebauungsplans sei nun offiziell alles in Ordnung. Bei den Siedlern am Hierlbach handelte es sich um einfache Leute, die im Bombenkrieg ihre Wohnung verloren hatten oder als Flüchtlinge aus dem Osten gekommen waren. Jenseits der Stadt errichteten sie einfache Bleiben. Der erste „Absiedlungsbescheid“ kam 1967. Seither rangen die Bewohner um die Anerkennung ihres Zuhauses.

SPD-Fraktionschef Alexander Reissl: „Jahrzehntelang waren die Schwarzbau-Siedlungen den Stadtplanern ein Dorn im Auge. Erst Ende der 80er Jahre gab es ein Umdenken in der Stadtpolitik.“ Seither sei eine Siedlung nach der anderen legalisiert worden, „mehr als ein Dutzend dürften es wohl gewesen sein“. Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes wäre es „undenkbar“ gewesen, die Bewohner zur Absiedlung zu zwingen.

„Wir freuen uns für die Menschen am Hierlbach, sie haben lange dafür gekämpft!“, sagte Reissl. Die Rechtsunsicherheit habe dazu geführt, dass junge Familien die Siedlung verlassen hätten. „Jetzt wird mit Sicherheit neues Leben in die Siedlung kommen.“ Mit der Legalisierung der Häuser nähere sich dieses Kapitel der Münchner Baugeschichte nun seinem Ende. Reissl: „Mir fällt nur eine einzige weitere Siedlung ein, in der das Verfahren noch läuft, und die liegt am Dratfeld in Feldmoching.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wutrede: Obststandl Didi stinksauer auf FC Bayern und Löwen
Die Münchner kennen und lieben ihn: Didi, alias Dieter Schweiger, und sein Obststandl Didi an der Universität in München. Jetzt ist dem Obstverkäufer wegen der Löwen der …
Wutrede: Obststandl Didi stinksauer auf FC Bayern und Löwen
Mann (82) erdrosselt Frau: „Die Krankheit hat ihn stark verändert“
59 Jahre lang war Alfred W. (82) mit seiner Frau Lydia (84) verheiratet. Sie war die Liebe seines Lebens und pflegte ihn, als er dement wurde. Am 27. August erdrosselte …
Mann (82) erdrosselt Frau: „Die Krankheit hat ihn stark verändert“
Auf Parkbank: Dieser Pädophile fotografiert nackte Kinder beim Baden
Im Rosengarten am Schyrenbad treibt ein Spanner sein Unwesen. Der Mann fotografiert dort nackte Kinder beim Baden. Der Polizei ist er schon länger bekannt.
Auf Parkbank: Dieser Pädophile fotografiert nackte Kinder beim Baden
Tragödie in Obermenzing: Ehemann fährt Ehefrau tot
Ein Unfall mit sehr traurigem Ausgang hat sich am Donnerstagvormittag in Obermenzing ereignet. Ein Rentner hat versehentlich seine Ehefrau überrollt. Sie starb.
Tragödie in Obermenzing: Ehemann fährt Ehefrau tot

Kommentare