Richtfest

Sternhaus: Baywa setzt Bogenhausen die Krone auf

München - Für Stadtbaurätin Elisabeth Merk ist es ein "städtebaulicher Meilenstein": Am umgestalteten Sternhaus wurde Richtfest gefeiert.

„Ein Richtfest für einen Bau, der schon da ist, das ist schon ungewöhnlich“, erklärte Stadtbaurätin Elisabeth Merk. Die Baywa feierte gestern in Bogenhausen Halbzeit bei der Umgestaltung ihres Sternhauses. Wichtigstes Detail: Das Gebäude wächst um rund elf Meter von 17 auf 20 Stockwerke.

Die drei zusätzlichen Etagen bringen eine zusätzliche Bürofläche von etwa 7000 Quadratmetern und werden als Staffelgeschosse leicht zurückversetzt realisiert. Damit soll der gesamte Baukörper am Ende auch schlanker, optisch leichter und somit eleganter wirken. Großzügig verglast, soll der Aufsatz lichtdurchflutet sein. In der obersten Etage mit Panoramablick auf München und die Alpen sollen künftig Konferenzen stattfinden.

Ergänzend dazu erhält das kreuzförmige Haupthaus ein separates sechsgeschossiges Campusgebäude mit weiteren rund 7200 Quadratmetern. Eine Esplanade verbindet den Neubau mit dem Hochhaus, in dessen Erdgeschoss Kantine, Cafeteria und Foyer untergebracht werden. Die Bauten werden eingebettet in eine 1300 Quadratmeter große parkähnliche Außenanlage.

In den 60er Jahren habe der Arabellapark sowohl als Ensemble wie mit seinen Einzelgebäuden einen städtebaulichen Meilenstein gesetzt. Er gehöre somit zu den wohl bekanntesten Bauwerken der Stadt, sagte die Stadtbaurätin. Mit der Sanierung bringe man neue Impulse ins Sternhaus, das der Baywa seit 40 Jahren als Konzernzentrale dient. „Es ist ein überlieferter Rohbau im neuen Kleid“, so Merk. Dies sei auch exemplarisch für die nächsten Jahre und für weitere Projekte in München.

„Bauen im Bestand ist meist ein Grauen im Bestand“, gab Andreas Hild vom federführenden Architekturbüro Hild und K zu. Weil sich darauf auch „Brauen“ reimt, beschrieb er die Aufstockung als „Schaumkrone auf dem Bier“. Bis diese Krone erblüht, habe man allerdings „unzählig viele Pläne“ zeichnen müssen.

Tatsächlich waren die Planungen im Vorfeld nicht ganz einfach gewesen. Als der damalige Oberbürgermeister Christian Ude die Pläne der Baywa erstmals sah, reagierte er mit Befremden. „Und er hatte Recht“, räumte Baywa-Immobilienvorstand Andreas Helber ein. Man habe umgeplant, und nun sei sehr viel Besseres entstanden. „Es wird ein Quantensprung, ein Haus, das München optisch bereichern wird.“ Zudem entstehe eine Konzernzentrale, die mit ihren modernen Arbeitswelten die Heimat der Baywa für künftige Jahrzehnte sein werde.

Allerdings zieht der Konzern nicht als Eigentümer wieder ein, sondern als Mieter. Die Gesamtanlage geht nach der Fertigstellung Ende 2017 in den Besitz des Münchner Immobilien-Investors WealthCap über.

Carmen Ick-Dietl

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