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Thomas Gebert, Betreiber des Daglfinger Blumenhofs, zeigt Pläne, wie die Unterkunft in Holzbauweise aussehen könnte.

BA will Platz freihalten

Streit um Standort für Unterkunft: Der Blumenhof für Flüchtlinge?

München - Die Stadt will vor dem Cosimabad eine Flüchtlingsunterkunft errichten. Der Bezirksausschuss Bogenhausen lehnt das kategorisch ab und sucht Alternativen. Eine könnte der Daglfinger Blumenhof sein.

Das Sozialreferat plant, auf dem Platz an der Ecke Englschalkinger Straße/Cosimastraße eine Gemeinschaftsunterkunft für 160 Flüchtlinge zu bauen. Dem Bezirksausschuss (BA) Bogenhausen schmeckt das gar nicht. „Wir nehmen gerne Flüchtlinge bei uns auf, aber ein bisschen mehr Sensibilität bei der Standortwahl würden wir uns schon wünschen“, sagt Christiane Hacker (SPD), die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung engagiert.

Eine Containerlandschaft vor dem Cosimabad – mit Jugendtreff und Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in direkter Nachbarschaft – im Stadtteilgremium ist man darüber befremdet. „Wir haben eh schon so wenige zentrale Plätze in unserem Stadtbezirk“, ärgert sich BA-Chefin Angelika Pilz-Strasser (Grüne). Statt einer Flüchtlingsunterkunft sollten hier Weihnachtsmarkt, Zirkus oder andere Aktivitäten unterkommen, daran arbeite das Gremium bereits seit gut zwei Jahren.

Der Weg aus der Bredouille führt nun nach Daglfing. Der dortige Blumenhof an der Riemer Straße bietet sich selbst als Alternative an. Fast schon ein Kuriosum, wenn es um neue Flüchtlingsunterkünfte geht. Innerhalb von vier Monaten könnte am Ende des vorhandenen Parkplatzes eine Gemeinschaftsunterkunft gebaut werden. Nicht als Container, sondern in Holzbauweise – sogar mit beheiztem Buggy-Raum.

Das Angebot kommt freilich nicht ganz uneigennützig. Der Eigentümer des Daglfinger Blumenhofs, Thomas Gebert, wollte an dieser Stelle schon früher günstigen Wohnraum errichten, angeblich für eigene Mitarbeiter. Er war mit seinen Plänen aber bei der Stadt abgeblitzt. Nun also bietet er sich für Flüchtlinge an. Um über diesen Umweg an Baurecht zu kommen, munkelt so mancher. Denn ein Baurecht für Wohnungen gibt es auf seinem Areal nicht.

Der SPD scheint das selbstlose Angebot nicht zu schmecken. Der Standort sei auf den ersten Blick ja ganz schön, erklärt SPD-Sprecherin Karin Vetterle. Doch in der Nähe sei ohnehin schon eine Gemeinschaftsunterkunft mit 200 Plätzen vorgesehen. Zudem sei es trotz geplanter Lärmschutzwand so nah an der Autobahn halt laut. Ihr Vorschlag: ein städtisches Grundstück an der Fideliostraße, auf dem in den 90er Jahren schon mal eine Flüchtlingsunterkunft stand. Die CSU ist dagegen. „Eine Sportvorbehaltsfläche, das lehnen wir ab“, sagt CSU-Fraktionschef Xaver Finkenzeller. Zudem sei es der Eingang zu einer zentralen Naherholungsfläche und zeitlich nicht so schnell machbar. Also keine echte Alternative zum Cosimabad. Finkenzeller plädiert für den Daglfinger Blumenhof. Das Lärmschutz-Argument der SPD hält er für nicht zielführend. Denn unweit des Blumenhofs befindet sich ein NH-Hotel. „Und wenn’s für ein Vier-Sterne-Hotel reicht, dann wohl auch für Flüchtlinge.“

Am Ende einigte man sich darauf, dass das Areal an der Fideliostraße erst ins Spiel gebracht wird, wenn der Standort an der Riemer Straße abgelehnt werden sollte. Mit dem Stadtrat hat der BA nämlich inzwischen vereinbart, dass der Platz vor dem Cosimabad freibleiben kann, wenn man in Bogenhausen eine Alternative findet.

Carmen Ick-Dietl

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