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Auf der Simulation des Neubaugebiets Prinz-Eugen-Park sind die Mauern nicht zu sehen. Am vorderen Baufeld hat unser Grafiker beispielhaft eingezeichnet, wo die Mauern verlaufen würden. Auch die anderen Baufelder sollen nach diesem Schema eingemauert werden, um die Wohnbereiche vom umliegenden öffentlichen Grün abzuschotten. 

1800 neue Wohnungen 

Streit um Gestaltung: Zu viele Mauern im Prinz-Eugen-Park?

Im Prinz-Eugen-Park in Bogenhausen sollen in den nächsten Jahren rund 1800 Wohnungen entstehen – und jede Menge Mauern. So will es die Stadt. Die Bauherren des neuen Quartiers sind von den 1,50 Meter hohen Ziegelmauern wenig begeistert.

München - Die Mauern sind das Ergebnis des geltenden Bebauungsplans und des von der Stadt vorgegebenen Gestaltungsleitfadens. Die Stadt verlangt Mauern um jedes „Cluster“, also jedes Baufeld aus Geschosswohnungsbau, Reihenhäusern, Stadthaus und Flachbau, das sich jeweils um einen gemeinsamen Wohnhof gruppiert. Ähnlich wie kleine Dörfer sollen die Baufelder auf der 30-Hektar-Fläche liegen. Und die Mauern? Sie sollen die Wohninseln vom öffentlichen Grünzug rund um den Prinz-Eugen-Park trennen. Dagegen gibt es nun Widerstand.

„Viele Bauherren und künftige Bewohner können sich nicht mit der Vorstellung einer Ummauerung in der vorgeschriebenen Form anfreunden“, heißt es in einer Stellungnahme des „Konsortiums Prinz-Eugen-Park“. Darin haben sich Wohnungsbaugesellschaften, Baugenossenschaften, Bauträger und andere Bauwillige zusammengeschlossen. Ihr Ziel: ein lebendiges Quartier auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Cosimastraße zu entwickeln. Die Mauer-Vorschrift passt da nicht, finden die Konsortiumsmitglieder.

Zu dunkel und Angst vor Graffitis

Die Bauherren begrüßen zwar die Idee, die einzelnen Schollen inmitten des natürlichen Grünraums hervorzuheben sowie öffentliche und private Freiflächen klar abzugrenzen. Ob allerdings eine 1,50 Meter hohe Mauer hierfür das geeignete Element ist, wird angezweifelt. Schließlich werde die Wohnqualität der Erdgeschoss-Wohnungen durch die Mauern, die nur fünf Meter Abstand halten, stark beeinträchtigt. Wer aus dem Fenster oder von der Terrasse schaue, könne hier nicht in den grünen Prinz-Eugen-Park blicken. „Aus unserer Sicht spricht dies gegen den Grundgedanken der Barrierefreiheit.“

Weitere Gegenargumente: Die kleinen Gassen, die die Häuser innerhalb der Cluster erschließen, enden in den Mauern – eine dunkle, schattige und bedrückende Situation. Die geforderten Klinkermauern sind zudem teuer, was speziell beim geförderten Wohnungsbau problematisch ist. Inzwischen zeichnet sich ab, dass hier als Ersatz Stahlbeton-Fertigteile zugelassen werden, was wiederum nicht der ursprünglichen Gestaltungsqualität entspricht. Außerdem fürchten die Bauherren Graffitis, was zu entsprechenden Folgekosten führen könnte.

Am liebsten würden einige Bauträger die Abgrenzungen komplett weglassen, die Mauern wenigstens niedriger, mit mehr Unterbrechungen oder ganz anders gestalten. Zum Beispiel mit Hecken, die Lebensraum für zahlreiche Tiere seien und einen weit höheren ökologischen Wert hätten.

Mauern sind Grundgedanke des Siegerentwurfs

Doch im Beratungsgremium, bestehend aus Stadt, Architekten und unabhängigen Fachleuten, hält man an den Abgrenzungen grundsätzlich fest, berichtet die Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Bogenhausen, Angelika Pilz-Strasser (Grüne). Denn dies sei der wertvolle Grundgedanke des Siegerentwurfs und auch aus rechtlichen Gründen nicht infrage zu stellen. Allerdings gebe es Bewegung bei dem Thema, sagt Pilz-Strasser. In begründeten Fällen darf die Mauer 25 Zentimeter niedriger werden, bei Plätzen will man sich der Situation anpassen. Außenmauern neben Wegen sollen auch bei Senken nicht mehr als 1,50 Meter hoch werden, keine Bäume wegen der Mauern gefällt werden. Zur Vermittlung wird es laut Pilz-Strasser nun wahrscheinlich eine Sondersitzung des Beratungsgremiums mit dem Konsortium geben.

Carmen Ick-Dietl

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